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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 30. April 2017 | 22:31

     

    Martine Murray: Meine nicht ganz wahre Geschichte

    29.09.2004

     
    Überraschend unkonventionell

    Wer also ein bisschen Zirkusluft schnuppern möchte, ohne dass gerade ein Zirkus in der Stadt gastiert, wer vielleicht sogar selber mal einen Trick ausprobieren möchte und zudem Lust auf eine außergewöhnliche Geschichte hat, der sollte Cedar zuhören.

     

    Wenn 13jährige Mädchen anfangen loszuquatschen und ihre Geschichte zu erzählen, weiß man meistens schon, wie es weitergeht. Wenn sie sich außerdem noch einen falschen Namen ausdenken und behaupten, Lana Monroe zu heißen (und ihr richtiger Name stattdessen Cedar B. Hartley ist) und das Ganze unter dem Titel „Meine nicht ganz wahre Geschichte“ geschieht, befürchtet man einen klischeeüberfrachteten Teenieroman – und wird in diesem Fall aufs Angenehmste überrascht!

    Cedar ist nicht nur ein aufgewecktes, spontanes Mädchen – schlecht in Mathe, aber gut in Sport – sie hat außerdem ein besonderes Talent, ihre Umgebung und ihre Mitmenschen wahrzunehmen und mit ganz eigenen Worten zu schildern, was so alles passiert. Cedar lässt sich Zeit. Wir erfahren einiges über ihre Heimat Australien, über die Stadt, in der sie lebt, über ihre Mutter und ihren Bruder, über Freunde in der Nachbarschaft und solche Leute, von denen man sich besser fern hält. Vor allem ihre Mutter, eine engagierte Frau, die sich um Unfallopfer kümmert, und ihr Bruder Barnaby, der von zu Hause abgehauen ist, beschäftigen ihre Gedanken. Kapitel um Kapitel plätschert Cedars Erzählung vor sich hin, ehe wir einen roten Faden zu erkennen beginnen. Dann gewinnt die Story an Tempo und fesselt endgültig. Cedar lernt Kite kennen und sie, die sich für durchaus sportlich hält, gerät ins Staunen: Cedar ist ein wahrer Akrobat. Was aus dieser Begegnung wird, ist überzeugend und für ein Kinderbuch überraschend unkonventionell erzählt. Denn nach wie vor bleibt Raum für viele kleine Beobachtungen, Anmerkungen und Exkurse, die man in der zweiten Hälfte des Buches viel besser genießen kann, weil man spürt: die Geschichte hat ein Ziel.

    Winzige Bildchen sind im ganzen Buch verstreut. Sie veranschaulichen akrobatische Übungen, bannen originelle Gedanken in Strichmännchenform aufs Papier oder Enttäuschungen in Cedars Leben wie das „Pferd in Geschenkpapier“ – und sind unbedingt sehenswert. Und ein weiteres Lob geht an Cornelia Krutz-Arnold für eine einfühlsame, stimmige Übersetzung.

    Wer also ein bisschen Zirkusluft schnuppern möchte, ohne dass gerade ein Zirkus in der Stadt gastiert, wer vielleicht sogar selber mal einen Trick ausprobieren möchte und zudem Lust auf eine außergewöhnliche Geschichte hat, der sollte Cedar zuhören. Die will einmal von ihrer Mutter wissen, ob sie wohl je berühmt sein werde. „Cedar, mein Schatz, du wirst einmal berüchtigt sein.“ –Als Kinderbuchheldin hätte sie es verdient, berühmt zu werden!

    Andrea Wanner


    Martine Murray: Meine nicht ganz wahre Geschichte.
    Aus dem australischen Englisch von Cornelia Krutz-Arnold.
    Ravensburger 2004. 288 Seiten.
    Ab 11 Jahren. 13,95 Euro.
    ISBN: 3-473-34444-3

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