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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 25. April 2017 | 20:19

    Heinz Janisch, Søren Jessen: Lilli läßt es schneien

    26.11.2012

    Schneezauber

    Schnee lässt niemandem gleichgültig, nicht im Guten, nicht im Schlechten. Schnee ist kalt, Schnee ist nass, Schnee macht Ärger, wenn zu viel fällt und man ihn wegschaufeln muss. Schnee ist gefährlich, als Sturm oder als Lawine. Schnee kann auch Spaß machen, wenn man Schneebälle werfen kann oder einen Schneemann bauen. Ganz besonders einem kann sich niemand entziehen, nämlich dem Zauber, wenn der Schnee still vom Himmel fällt. Heinz Janisch hat in seiner jüngsten Geschichte Lilli läßt es schneien genau diese Magie eingefangen und Søren Jessen hat sie in ebenso magische Bilder umgesetzt. Von MAGALI HEISSLER

     

    Lilli ist ein ganz kleines Mädchen, so jung, dass die Gegenstände um es herum noch zu ihr sprechen, das Bett, der Tisch oder der Stuhl. Sie stehen im Zimmer und wundern sich, weil Lilli so intensiv aus dem Fenster sieht. Klar, dass sie wissen wollen, warum. Lilli erklärt es ihnen. Draußen schneit es. Lilli ist es, die es schneien lassen kann, behauptet sie, und nicht nur weiße Flocken. Nein, Lilli lässt auch ein Pferd schneien oder einen Drachen, ein Schneemädchen und einen seltsamen Luftgeist. Lilli kann zaubern mit dem Schnee. Wer genau hinsieht, versteht das auch ganz genau.

     

    Das Besondere im Alltäglichen entdecken

    Mit Worten wird hier äußerst sparsam gearbeitet. Die Situation ist eine ganz Alltägliche. Ein kleines Mädchen sitzt in seinem Zimmer. Natürlich fragt jemand, was es tut und hier beginnt schon das Märchen. Wer die Frage stellt, ist niemand aus der Familie, sondern ein Möbelstück nach dem anderen. Neugierig sind sie, diese Möbel, genauso, wie die junge Leserinnenschaft. Lilli antwortet, prompt und gern. Sie hat entdeckt, dass sie zaubern kann. Sie lässt den Schnee fallen, kann ihn aber auch formen. Eine ganze Welt kann sie entstehen lassen, frei nach ihrer eigenen Fantasie. Drache, Luftgeist, einen Schneevogel, selbst einen Schneeschmetterling lässt sie heranfliegen. Ihre Fantasie scheint unerschöpflich. Zugleich ist sie von ihrem Alltag geprägt, der Drache etwa hat einen Schal um den Hals gewickelt, der Schneemann kommt mit seiner ganzen Familie samt Schneekindern, der Bär sieht aus, wie ein echter Eisbär – und das Schneemädchen fährt in einem ganz normalen Schlitten. Es geht hier um das Besondere, das im ganz Alltäglichen steckt, um die Fähigkeit, überall Wunder zu entdecken. Sowie den Witz, der in den Details steckt. Lilli ist ein sehr aufgewecktes kleines Ding.

     

    Bunte Welt der Fantasie

    Wie bunt Lillis Vorstellungsvermögen malen kann, zeigt Søren Jessen mit seiner zeichnerischen Umsetzung der Geschichte. Die Welt ist weiß und zartblau, Lilli darin aber ein rot-golden glühender Mittelpunkt, von dem die schöpferische Wärme ausgeht. Die Farben sind kräftig, die Welt ist von klaren Kontrasten gekennzeichnet, die sich doch harmonisch zusammenfügen. Lillis Lebendigkeit wird vom ersten Moment an spürbar und lässt in schwungvollen Bögen ihre eigene Welt aus dem fallenden Schnee wachsen. Die Schneeflocken sind tatsächlich Schneeflocken, zugleich aber auch feiner Zauberstaub, aus dem alles werden kann, was Lilli gerade in den Sinn kommt. Schließlich ist sie die Königin in ihrem Reich, auch das zeigen Text wie Illustrationen auf eine ganz besondere Weise.

    Hinter den einzelnen herbeigezauberten Wesen verstecken sich kleine Geschichten, man ist auf jeder der großflächig angelegten Seiten eingeladen, in die bunte Welt der Fantasie einzutauchen und selbst die Gedanken schweifen zu lassen. Das Buch kann eine in nicht nur in Gesellschaft kleiner Kinder eine gute Weile verzaubern.

    Die Geschichte von Lilli ist ein modernes Wintermärchen schönster Art.

     

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