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    Donnerstag, 27. April 2017 | 18:51

    Suse Schweizer: Oh Schreck! ... und dann?

    08.10.2012

    Wer hat Angst vorm bösen Mann?

    Das Ritterspielidyll im Kindergarten wird jäh gestört. Alle rennen davon, um sich zu verstecken. Die Frage ist nur: wovor eigentlich? ANDREA WANNER hat versucht, der Sache auf den Grund zu gehen.

     

    Die lichtdurchfluteten, freundlichen Farbstiftzeichnungen wirken ein bisschen wie aus einem älteren Bilderbuch. Eine sonnige heile Welt, in der die Kinder nach dem Regen wieder nach draußen können und König und Prinzessin spielen. Aber irgendetwas ist komisch. Sarah wittert es in den Büschen, Max hinter der Hausecke und Ute, Lasse und Karl unter einem Stein. Sarah warnt »Da kommt was!« Und schon kurz darauf sind sich alle einig: Nichts wie weg und verstecken! Gesagt, getan. Und in das bis dahin so ruhige Bilderbuch kommt ungeahnte Bewegung.

     

    Alles rennet, rettet, flüchtet

    Plötzlich sind sie alle auf der Flucht. Mit Puppenwagen, auf Tretautos, mit fliegenden Haaren und panischen Gesichtern. Nichts wie weg hier. Die Sandelsachen haben sie fallen lassen, jetzt heißt es nur noch weg. Aber nicht nur die Kinder stürmen auf und davon, das Spielzeug hat sich anstecken lassen. Egal ob Schaukelpferd oder Malbuch, Bagger oder Bauklötze: Alle nehmen die Beine (sofern sie welche haben) in die Hand. Beine, und zwar sogar jeweils vier, haben auch Tische und Stühle. In wildem Galopp rennen sie den Kindern und den Spielsachen hinterher, gefolgt von hüpfenden Zahnbürsten und rollenden Tellern. Was für ein Chaos! Und dann?

     

    Gerettet!

    Im sicheren Versteck sitzen die Kinder, verschnaufen, und während sie auf »ES« warten, tauschen sie sich darüber aus, wovor sie eigentlich Angst haben. Vor Zauberern, Hexen, Außerirdischen, vor der Dunkelheit, vor Blitz und Donner… Und das schreckliche Etwas wird kleiner und kleiner und verschwindet. Nur ein Spiel, ein wundervoller Nervenkitzel, ein wohliges Gruseln, ungefährlich und jederzeit gern wieder gefühlt.

     

    Suse Schweizer lotet die kindlichen Gefühle aus, lässt ihnen Raum, schenkt ihnen Bilder. Aber keine die einengen und bevormunden, die eine fertige Geschichte erzählen, sondern skizzenhafte Möglichkeiten, Variationen eines Spiels, das so alt ist wie die Kindheit. Worte braucht sie dazu fast keine. Ein paar Namen, kurze Dialoge, die gerufen, geflüstert, gewispert, gelacht werden. Eine Geschichte, die einen ganz eigenen Rhythmus hat, mit Ruhe und Bewegung spielt, mit Chaos und Ordnung und mit den benennbaren und unnennbaren Ängsten, die in jedem schlummern und die mit der fröhlichen Frage »Was spielen wir jetzt?« am Ende des Buches genial besiegt wurden.

     

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