• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 24. August 2017 | 03:12

    Jutta Richter: Das Schiff im Baum: Ein Sommerabenteuer

    24.09.2012

    Ein Walfänger und ein Baumhaus

    Jutta Richter erzählt ein Sommerabenteuer, von Onkel Fiete und seinem Alzheimer. GEORG PATZER hat sich die einfühlsame Gechicht genauer angeschaut.

     

    Och, wie öde. Statt in den schönen, langen Sommerferien in der Stadt bleiben zu können, müssen Ole und Katharina ausgerechnet aufs Land, zu Onkel Fiete und Tante Polly nach Betenbüttel. Dabei haben sie schon alle Computerabteilungen der Kaufhäuser durch, kennen die neuesten Spiele, wissen, wann sie abtauchen müssen und wo sie in Ruhe spielen können. Und jetzt das. Aber ihre Mutter ist mit den Nerven fertig, sie braucht dringend ihre Ruhe und fährt allein weg.

     

    Und dann gibt es kein Schwimmbad, sondern nur ein Löschteich, kein DVD-Gerät, schon gar nicht Internet – gar nichts. Und Onkel Fiete ist auch nicht gerade begeistert von der Unruhe: Sie werden „alles kaputtmachen! Durch die Beete trampeln, den Hund quälen. Die Katze ärgern, die Hühner scheuchen!“ Onkel Fiete braucht seine vertraute Ordnung. Es dauert eine Weile, bis die beiden Kinder doch noch etwas finden: Sie bauen ein Baumhaus. Schon lange hat Ole davon geträumt, der sowieso immer die besten Verstecke fand. Hat lange recherchiert und Baupläne ausgedruckt. Und damit ist die Langeweile vorbei.

     

    Leicht und sommerlich beschreibt Jutta Richter dieses Sommerabenteuer, ohne mit dem pädagogischen Zeigefinger zu winken. Dass die Mutter alleinerziehend ist, wird wohltuend nebenbei erwähnt. Aber eigentlich geht es noch um etwas anderes: Denn Onkel Fiete ist nicht mehr ganz klar im Kopf. Er vergisst Sachen. Einmal erschrickt er fürchterlich, als Ole plötzlich vor ihm steht, weiß nicht mehr, wer diese Kinder sind. Ist versponnen und ein bisschen tatterig. Oft lebt er in einer anderen Welt, ist ein Walfänger, mit seinem Freund Queequeg auf der Jagd nach Moby-Dick, dem weißen Wal. Und erzählt den Kindern diese Geschichte, als wenn er sie selbst erlebt hätte. Versucht ihnen Angst zu machen. Und hat auch seinen Spaß daran, wenn sie doch mutiger sind als erwartet.

     

    Richter nähert sich ihren Personen sehr sensibel, erzählt sachlich und doch auch poetisch vom Alzheimer, von Tante Pollys Angst um ihren Mann, von Onkel Fietes Schwächeanfall. Geschickt verwebt sie die Phantasien der Kinder in ihrem Baumhausschiff mit den Phantasien des Alten und der Weltliteratur und schildert die gegenseitige Annäherung unaufdringlich. Am Ende sind es doch die besten Ferien der Welt geworden, nicht nur für Ole und Katharina, sondern auch für Onkel Fiete. Und wenn man dann noch den norddeutschen Singsang im Ohr hat, der ab und zu durchscheint, dann will man gleich selber hinfahren.

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Ein Igel erlebt sein blaues Wunder

    Neue Kartracer haben es nicht leicht. Auch nach 20 Jahren ist der Schatten der einstigen Genregröße Mario Kart so mächtig, dass sich jeder neue Titel einen Vergleich ...

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    Das Ende der Sommerzeit

    Es gibt Bücher, die schleichen sich ganz unmerklich ins Herz und treffen einen im Innersten. Tamara Bachs Geschichte gehört dazu. Von ANDREA WANNER

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    10 Gründe, Engelmann zu lieben

    Aufgelistet von BRIGITTE HELBLING

    Der Spielplatz macht zu

    Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter