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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 28. Juli 2017 | 18:59

     

    Lyrikkalender 2008 (II)

    28.01.2008

    Funkeln fürs Leben

    Schworen wir nicht zu Silvester, dass 2008 ein sprühendes Jahr werden solle? Und nun hat es angefangen und keine Karfunkel in Sicht? Leichter als selbst zu funkeln ist funkeln lassen, nämlich die Glitzersteine, die die Dichter zusammengetragen haben. Mit anderen Worten: Her mit dem Lyrikkalender! Von Steffen Rizz

     

    Stefan Heuer hat schon einen empfohlen, eine wunderbare Alternative ist der Lyrikkalender des Deutschlandfunks. Exzellent gedruckt, augenfreundlich, mit Register, Quellennachweis und Entstehungsdatum der Texte und natürlich vor allem mit Gedichten aus der Tiefe des Zeitenbrunnens bis heute, von Autoren, die jeder kennt und solchen, von denen man nie etwas hörte bis zu solchen, von denen man nicht wusste, dass sie auch Gedichte schreiben. Dazu auf der Rückseite des Blattes goldwerte Erklärungen � wer im Westen weiß schon, welche Rolle �Der kleine Trompeter� in der DDR spielte? Uljana Wolfs Gedicht �kinderlied� bleibt ohne historischen Raum, wenn solche Information fehlt.

    Ein Gedicht in zwanzig Kürzestzeilen zu erläutern, ist eine eigene Kunst, die Michael Braun (der die Texte auch ausgesucht hat) vollkommen beherrscht. Wer übrigens keine Deutungsfilter mag, muss ja die Seite nicht umdrehen, sondern vergnügt sich rein und allein am Dichterwort. Dieses wimmelt so bunt wie das Menschengetier, mal aufbauend, mal niederschmetternd, mal wohltönend, mal herbe, mal ergreifend und wohl auch mal kalt lassend � je nach LeserIn, je nach augenblicklichem Plätzchen auf der Lebenswelle. So mag den einen z.B. Gerald Zschorschs �Zeugnis� aus der Seele sprechen:

    Bin allein. Bin deshalb mehr.
    Bin kein Kontakt. Bin Adresse.
    Bin doppeltvernäht voll; bin leer.
    Bin Schlag in die Fresse.

    Haben und Sein. Ständig Pubertät.
    Je früher sie wegbricht, ist es zu spät.

    Andere werden ihm die Zunge zeigen, was auch immer gut tut. Sollte zu den Silvestervorsätzen auch der Entschluss gehört haben, endlich zu heiraten, wäre der 7. Februar kein günstiges Datum: Karin Kiwus� beinharter Klassiker über das gemeinsame Altwerden dürfte einem beim Binden der weißen Fliege die Arme sinken lassen. Aber natürlich gibt es auch ein reiches Füllhorn an Liebe, Sehnsucht und Glück, an Gedankenreichtum, Sprachspielerei und Welterkenntnis.

    Noch ist es nicht zu spät! Bestellen, lesen und sich freuen, jeden Tag! Und übrigens: Zwei Kalender haben auch noch niemand geschadet!

    Steffen Rizz


    Lyrikkalender 2008. Herausgegeben von Michael Braun. Verlag das Wunderhorn 2007. 22,80 Euro.

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