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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 24. April 2017 | 03:32

     

    Lyrikkalender 2008

    31.12.2007


    Und täglich grüßt das Lyriktier


    Klassiker und mittelalte Evergreens wechseln sich ab mit den Versen junger, noch nicht zum akademischen Kanon gehörender Dichter – eine Mischung, die die Reise im Kopf zu forcieren versteht.

     

    Dreimal täglich das Putzen der Zähne, allabendlich die Tagesthemen, der wöchentliche Kegelabend und die tägliche Creme gegen die unerwünschten Krähenfüße – ein jeder Mensch lebt in seinem eigenen Rhythmus. Woran mag es also liegen, dass selbst gegenüber der Lyrik aufgeschlossene Zeitgenossen dem Gedicht oftmals nur selten einen festen Platz in ihrer Alltagsplanung zugestehen? Bestehen noch immer Zweifel, Gedichte quasi nebenbei genießen zu können? Braucht es noch immer die ausgiebigen Mußestunden, ein Glas Rotwein und die totale Entspannung, um sich an Gedichte heranzuwagen? Nun, unverständlich, wenn dies tatsächlich so sein sollte.

    Gerade zu Beginn eines neuen Jahres bietet es sich an, die tägliche Lyrik-Dosis auf die Liste der guten Vorsätze zu nehmen. Zahlreiche Lyrikkalender machen dieses Unterfangen einfach und den Arbeitstag (aber auch das Wochenende) bunter – ein morgendliches Gedicht als Begleiter durch den mit zahlreichen Unsympathen, verworrenen Vorgängen und Zeitvorgaben gespickten Tag. Empfehlen möchte ich an dieser Stelle der von Shafiq Naz herausgegebene "Deutsche Lyrikkalender 2008" des belgischen Verlags Alhambra Publishing (von dem auch eine englisch-, französische-, spanisch und italienisch-sprachige Ausgabe vorliegt). Ohne ein einschränkendes Motto wartet er täglich mit einem Gedicht auf, welches die Reise im Kopf zu forcieren versteht. Dabei wechseln sich Klassiker und mittelalte Evergreens mit den Versen junger, noch nicht zum akademischen Kanon gehörender Dichter ab. Franz Grillparzer, Andreas Gryphius oder Theodor Stroms "Weihnachtslied" stehen hier einträchtig neben Rolf Dieter Brinkmanns "Orangensaftmaschine" oder Gedichten von Tom Schulz, Angela Sanmann (von der gerade bei der in Köln beheimateten Parasitenpresse ein schöner Lyrikband erschien) oder Norbert Lange.

    Hilde Domin:

    Doch mit Ja und Nein und Für-immer-vorbei
    nicht müde werden
    sondern dem Wunder
    leise
    wie einem Vogel,
    die Hand hinhalten


    Was für ein Start in den Tag!! – und was für eine schöne Gelegenheit, die zu Weihnachten erhaltenen Büchergutscheine einzulösen!

    stefan heuer.


    Der Deutsche Lyrikkalender 2008 – Jeder Tag ein Gedicht. Spiralbuch, 444 Seiten, 25,95 Euro. Alhambra Publishing 2007. ISBN-13: 978-2-87448-013-3

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