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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 30. Mai 2017 | 11:13

     

    "Poesie Agenda 2006"

    09.10.2005

    POESIE-AGENDA 2006 – Gedichte, die das Jahr begleiten

    Mögen Sie Gedichte? Möchten Sie sich lyrisch etwas Gutes tun und gleichzeitig ein Jahr lang einen ganz handfesten weltlichen Nutzen haben? Dann fehlt Ihnen vielleicht ein kleiner Kalender in der Jacken- oder Handtasche, der lyrische Leidenschaft mit alltäglicher Zweckmäßigkeit verbindet: die im dreiundzwanzigsten Jahrgang erscheinende „Poesie-Agenda“ des Schweizer „orte-Verlags“.

     

    Es erstaunt immer wieder zu sehen, dass man unter der eigentlich überschaubaren Zahl ausschließlich Lyrik publizierender Organe überaus dauerhafte und geglückte Projekte findet, deren Wahrnehmung (leider) eher marginal ist und deren Existenz sich offenbar nur wenig herumgesprochen hat. Als ein solches ist beispielsweise die von Michael Speier herausgegebene hochklassige „Zeitschrift für internationale Gegenwartspoesie“ mit dem kurzen Titel „Park“ zu nennen, in der seit 1976 viele große und großartige Autoren aus dem In- und Ausland veröffentlichten. Oder die alljährlich von Werner Bucher, Jürgen Stelling und Virgilio Masciadri zusammengestellte Poesie-Agenda, die soeben in der zum Jahreswechsel in Kraft tretenden Fassung Zwanzignullsechs erschienen ist und die, anders als ihr politischer Vetter Zwanzigzehn, die Menschen ausschließlich reicher zurücklässt. Auch ich bin erst vor drei Jahren durch eine begeisternde Besprechung von Theo Breuer in seiner lyrischen Jahresschrift „Faltblatt“ auf die in der Lyrikwelt schon lange präsente Publikation aufmerksam geworden und habe es sehr bedauert, ihr nicht schon wesentlich früher begegnet zu sein! Was gibt es schöneres und stimmigeres für einen Lyriker/Lyrikliebhaber, als die Terminplanung mit Hilfe eines handlichen lyrischen Kalenders zu gestalten, der, wenn man möchte, auch in der Hemdentasche Platz findet? Ein Bekenntnis zur Poesie, das besondere Leidenschaft besonders ausdrückt.
    Die „Poesie-Agenda“ ist auch im kommenden Jahr auf über 250 Seiten wieder eine originelle, belebende, charismatische und überaus kurzweilige Mischung aus Fotos, literarischen Cartoons, sonstigen Fundstücken und Lyrik, Lyrik, Lyrik: insgesamt 124 Gedichte von bekannten und wenig(er) bekannten Autorinnen und Autoren, die in der großen Mehrzahl eines gemein haben: dass sie kreativ, pointiert und angenehm lesbar sind, ohne die Versjalousien vor dem gespannten Auge des Lesers herabzulassen und sich dadurch interessierten Blicken scheu zu entziehen. Gedichte, die nachvollziehbar sind und mit den Versfüßen im Leben stehen, aus dem sie ihre Themen schürfen. Lyrik also, die den Leser wieder etwas heranführt an eine Gattung, deren Sprache nicht mehr die seine zu sein scheint, weil sie nicht Schritt halten kann mit Automobil, E-Mail, SMS, Handy, Fax, Billigflieger und den schnellen Schnitten einer medialen westlichen Welt, der die Verhältnismäßigkeiten abhanden kamen.

    Die nachfolgenden Leseproben stehen paradigmatisch für den in vielerlei Hinsicht abwechslungsreichen Inhalt:

    Nicolas Born

    Ich gebe zu, daß ich schöne Gedichte
    schreiben wollte, und einige sind zu meiner
    größten Überraschung schön geworden.





    Christian Saalberg (aus einem siebenteiligen Zyklus zur Schöpfung der Welt, Teil I)

    Eines Tages, lange vor Lord Byron, erschuf
    Gott die Welt. Das ist viele Jahre her, Gott

    wird es vergessen haben. Als er sah, daß nicht
    alles gut war, zog er das Fenster zu und

    lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Das war,
    ich weiß es noch genau, an einem MONTAG.





    (Cartoon von Rattelschneck)

    Günter Grass liest heute im Literaturcafé
    und will dabei nicht gestört werden.“





    Jorge Luis Borges

    Die Poesie ist weniger geheimnisvoll
    als die anderen Elemente der Weltkugel.
    Dieser oder jene gelungene Vers
    darf uns nicht eingebildet machen,
    denn er ist ein Geschenk des Zufalls oder des Geistes:
    nur die Irrtümer sind unsere.



    Lassen Sie sich von einem literarischen Kalender überraschen und überzeugen, der Ihnen bei der nüchternen, zweck- und zielorientierten Terminplanung tagtäglich etwas von dem guten Geist vermittelt, den die gedankliche Auseinandersetzung mit Lyrik hervorbringt. Die Agenda hat alles, was einen empfehlenswerten Kalender ausmacht, noch dazu Charme, Esprit und Atmosphäre. Ein Projekt, das Ihre Aufmerksamkeit verdient. Sie werden, wenn Sie ihn einmal haben, mit der Lektüre der letzten Seiten nicht bis zum Jahresende warten wollen!

    Andreas Noga


    “Poesie Agenda 2006”, orte-Verlag, Schweiz, 256 Seiten, 10,- EUR, ISBN 3-85830-129-9, ISSN 1420-0325, www.orteverlag.ch,

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