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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 28. Mai 2017 | 18:27

     

    Heike Klapdor (Hg.): Briefe aus dem Exil

    13.01.2008


    Zeitzeugen par excellence


    Briefe zählen zu den wichtigsten Zeugnissen des Exils. Sie schaffen einen in mehrerlei Hinsicht unmittelbaren Zugang zur jeweiligen Situation der Exilantinnen und Exilanten und sind in diesem Sinne schriftlich fixierte Momentaufnahmen ihrer Zeit.

     

    Unter dem Titel Ich bin ein unheilbarer Europäer ist nun ein Band mit Exilbriefen unter anderem von Heinrich und Thomas Mann, Max Ophüls und Alfred Polgar erschienen. Leider wird jedoch weder auf dem Cover noch im Titel des Buches die Person genannt, die eigentlich im Zentrum des Bandes steht: Paul Kohner (1902–1988). Aus seinem umfangreichen Nachlass stammen die Schreiben. Ausgewandert 1920 gründete er 1938 eine Agentur für Filmschaffende am Sunset Boulevard in Hollywood, die bald zu einer Anlaufstelle für zahlreiche Menschen wurde.

    Entsprechend vielfältig ist das Themenspektrum: Es umfasst allgemeine Anfragen, Alltagserfahrungen und konkrete Geldsorgen, aber auch Gedanken über das Leben im Transitorischen und das Verhältnis zwischen Heimat und Fremde. Vor diesem Hintergrund ergibt sich aus den Briefen auch ein facettenreiches Bild der damaligen Situation in Hollywood. Kohner jedenfalls half, wo er konnte: Er unterstützte die Betroffenen nicht nur materiell, sondern auch moralisch.

    Exemplarische Einzelschicksale

    Die Anordnung der Korrespondenz nach möglichen Lebenswegen – vom Ende im Vernichtungslager bis zur Rückkehr nach Europa – führt die Geschichte exemplarischer Einzelschicksale besonders deutlich vor Augen, beispielsweise die tragisch gescheiterte Flucht des ungarischen Schauspielers Charles Huszár-Puffy oder die gelungene Flucht des Journalisten Paul Schiller. Zwischen den Briefen sowie im Anhang des Bandes finden sich ausführliche Kommentare der Herausgeberin Heike Klapdor.

    Sorgfältig ediert und umfassend kommentiert, stellt der Band eine wichtige Quelle dar, die auch zur differenzierteren Wahrnehmung des Exils beitragen dürfte. Auf Grund der thematischen Gliederung ist ein Lesebuch im besten Sinne entstanden, zumal Briefe „Zeitzeugen par excellence“ waren und sind, wie Guy Stern in seinem sehr persönlichen Vorwort bemerkt.

    Frank Thomas Grub


    Ich bin ein unheilbarer Europäer. Briefe aus dem Exil. Hrsg. von Heike Klapdor im Auftrag der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen. Aufbau Verlag 2007. 510 Seiten. 29,95 Euro.

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