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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 29. Mai 2017 | 22:49

     

    Michael & Joachim Schönauer (Hrsg.): Social Beat, Slam. Poetry 2.

    19.02.2004

     



    Who is who der deutschsprachigen Undergroundliteratur




     

    Als 1997 Social Beat SLAM! Poetry. Band 1: Die Außerliterarische Opposition meldet sich zu Wort erschien, war dies mehr als nur eine Anthologie. In Szenekreisen wurde mit Bewunderung von der "roten Bibel" gesprochen, und das lag nicht nur an der knalligen Umschlagsfarbe. Dieser Sammelband mit 74 Autoren war der erste Versuch, einen Gesamtüberblick über die jungen Literaturströmungen und ihren Angehörigen zu geben. Weniger die Qualität eines Textes war für einen Abdruck entscheidend, sondern die Zugehörigkeit zu einer Szene.

    Dies war ein Auswahlverfahren, das im krassen Gegensatz zu der 1996 im Rowohlt Verlag erschienenen Anthologie Poetry! Slam! Texte der Popfraktion , herausgegeben von Andreas Neumeister und Marcel Hartges stad, denn dort "entschied neben ästhetischen Kriterien weniger die faktische Slam-Teilnahme als die (theoretische) Slamtauglichkeit von Texten". Mehrheitlich stammten dann die Beiträge von Pop-Journalisten und textenden Musikern, die aktive Szene fand sich außen vor. Umso größer war dann ein Jahr später das Aufsehen, als die "szene-relevante Betrachtung" in Form des ersten Bandes in die Buchläden kam.

    1999 erschien Band 2, SlammIn BRD (in gelber Farbe) mit nur noch 37 Autoren, dafür aber mit dem Anspruch, die "Stars und Sternchen" der Social-Beat- und Slam-Bühne zu präsentieren. Dass sich der Autorenstamm halbiert hat, braucht nicht zu verwundern, denn die sogenannte Szene hat längst das subkulturelle Ghetto verlassen und steht selbstbewusst in Kontakt mit der Welt da "draußen" und den dadurch entstehenden kritischen Geist. Für einige ein Grund, das Schreiben wieder aufzugeben, denn die "Messlatte sämtlicher Subkulturen bleibt auch in der Negation die Kultur, deren Teil sie sind" (Rolf Lindner in Kaltland Beat. Neue deutsche Szene). Von den verbleibenden Autoren können allerdings, wie den Biographien zu entnehmen ist, über 20 bereits auf eine oder mehrere Einzelpublikationen verweisen. Zwar wird von den Theoretikern immer wieder betont, dass es sich bei Slam Poetry um den Ableger eines amerikanischen Veranstaltungsformats handelt und dass der Social Beat im Gegensatz dazu ein deutsches Underground-Movement ist, doch in der Praxis gibt es zahlreiche Überschneidungen, denn die Aktivisten lassen sich in keine Schublade stecken, sondern treten auf jeder Bühne auf, die Öffentlichkeit verspricht. Folgerichtig werden die Vertretern aus beiden "Lagern" gleichberechtigt nebeneinander präsentiert. Jörg Andre Dahlmeyer, Namensstifter der social-Beat-Szene, meets Bastian Böttcher, den international bekannten Rapper und Slam-Poetry-König von 1997, Enno Stahl, der in manchen Kreisen schon Kultstatus genießt, kommt direkt nach dem Einakter "Göring-Gröning" von Dagi Bernhard, die bisher Stücke wie der Biertester oder Grüne Eier veröffentlichte.

    Das Inhaltsverzeichnis liest sich sowieso wie das Who is who der deutschsprachigen Undergroundliteratur: Philipp Schlemann, Tanja Dückers, Michaela Seul, Björn Kuhligk, Hadayatullah Hübsch, Tuberkel Knuppertz, Kai Damkowski... Ebenfalls nicht fehelen durfte in dem sehr ansprechend gestalteten Band Jürgen Ploog, Vertreter des deutschen Undergrounds seit den 60er Jahren. "In diesem Sinne herzlich willkommen toi T O I toi."

    Interessant zu beachten ist sicherlich, welche Autoren wieder (oder noch) im Band 3 dabei sein werden, der 2001 erscheinen müsste, schätzungsweise dann in grüner Farbe. Für manchen vielleicht eine Ampelschaltung direkt ins Hause Suhrkamp? Wir werden sehen.

    Von Boris Kerenski

    Michael Schönauer, Joachim Schönauer (Hrsg.): Social Beat, Slam. Poetry 2. Slammin'BRD: 'Schluckt die sprechende Pille'. Killroy Media 1999. Taschenbuch. 213 S. 10,15 Euro. ISBN 3-931140-12-1.

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