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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 20. August 2017 | 06:06

     

    Marcel Schwob: Das gespaltene Herz.

    07.03.2005

     
    Faszination des Abweichenden

    Marcel Schwob ist eine der literarischen Persönlichkeiten des französischen fin de siècle, die nie ganz bekannt und nie ganz vergessen waren. Zum hundertsten Todestag ist jetzt erstmals sein Erzählband "Das gespaltene Herz" erschienen.

     

    Bis zu seinem frühen Tod am 26. Februar 1905 erschienen von Marcel Schwob insgesamt sechs Erzählbände, deren vielleicht bekannteste, Das Buch von Monelle und Der Roman der zweiundzwanzig Lebensläufe, sich aufgrund ihrer Geschlossenheit einer – freilich noch immer unkonventionellen – Romanform annähern.

    Schwobs erster Band, Das gespaltene Herz, zeichnet sich noch nicht durch dieselbe Geschlossenheit aus. Das Spektrum reicht von düsteren Abenteuererzählungen, die sich um halb historische Figuren ranken und voller sorgfältig recherchierter Details sind, bis hin zu unheimlichen oder unheimlich-märchenhaften "symbolistischen" Texten. Allen gemeinsam ist die Faszination des Abweichenden, etwa des Rohen, Brutalen, Fremden, des Grauens oder des Wahnsinns. Es sind unintellektuelle, ganz sich selbst und damit ihrem Schicksal ausgelieferte Gestalten, von denen Schwob erzählt, dunkle, meist auf die Leinwand der Vergangenheit projizierte Gegenbilder des im Gegenteil hierzu hochgebildeten, sehr bewusst arbeitenden, aber früh kranken und siechen Dichters.

    In seinen besten Erzählungen amalgamieren sich Imagination und Sprache zu einem dichten, suggestiven Stil – etwa dergestalt, wie es zu Schwobs Lebzeiten ein literarischer Kontrahent in diffamierender Absicht formulierte: "massiv, kantig, facettiert, schwer und funkelnd wie die polychrome Masse irgendeiner babylonischen Konstruktion".

    Es lohnt sich, Marcel Schwob zum Anlass seines hundertsten Todestags mit diesem erstmals in deutscher Sprache erscheinenden Buch erneut zu entdecken, in einer von Gernot Krämer, der parallel hierzu eine Werkbiographie Schwobs im Aisthesis Verlag publiziert hat, hervorragend übersetzten, mit einigen aufschlussreichen Zusatztexten sowie mit Illustrationen und Photographien versehenen Ausgabe.

    Carsten Zimmermann


    Marcel Schwob: Das gespaltene Herz.
    Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Anhang versehen von Gernot Krämer. Elfenbein Verlag. 2005.
    Leinen., 262 S., 19.50 ¤.
    ISBN 3-9322-4571-7

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