• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 28. Mai 2017 | 18:29

     

    Sudabeh Mohafez: Wüstenhimmel Sternenland

    08.11.2004

    Zwischen Okzident und Orient

    Ein eindringliches Bild vom Leben zwischen Okzident und Orient zeichnet Sudabeh Mohafez in dem Erzählband Wüstenhimmel Sternenland. In einer poetischen Sprache erzählt die Deutsch-Iranerin von dem Überlebenswillen und der Sehnsucht nach Geborgenheit in einer einsamen und gewalttätigen Welt.

     

    Mitten in Berlin, zwischen Tränenpalast und altem Brecht-Theater, erhebt sich plötzlich der Damâwand aus der Spree. Das zerklüftete, fast 6000 m hohe Felsmassiv vor den Toren Teherans verschwindet ebenso abrupt wie es erschienen ist und lässt die Erzählerin in ihrer neuen Heimat zurück – ein wenig verloren und in ihre Imagination versunken, aber auch von einem unbändigen Überlebenswillen getragen.

    Die Sehnsucht nach einem sicheren Ort

    Von der Einsamkeit in der Fremde wie auch in der vertrauten Umgebung, von magischen Welten, die eine oftmals grausame Realität mit Erinnerungsfetzen, Träumen und Visionen durchsetzen, erzählen die Geschichten von Sudabeh Mohafez. Die deutsch-iranische Autorin, die seit ihrem 16. Lebensjahr in Berlin lebt, zeichnet in dem Debütband „Wüstenhimmel Sternenland“ das eindringliche Bild verlorener Menschen, die sich nach Geborgenheit sehnen und um ihre Würde oder das nackte Überleben ringen – sei es im Orient oder im Okzident.

    Da ist das Kind, das während eines Familienfestes mit ansehen muss, wie einem Kamel mit dem Säbel die Halsschlagader geöffnet wird und den elenden Todesschrei des Tieres nicht vergessen kann. Da ist die Putzfrau aus einem Armenviertel Teherans, die verzweifelt versucht, ihre deutsche Arbeitgeberin mitsamt ihrem Kind aus den Klauen des gewalttätigen Familienoberhauptes zu retten. Und da ist der Vorstandsvorsitzende einer Bank, der ein perverses Spiel mit seinem Sohn spielt. Wie ein Leibeigener wird der Sohn gehalten, muss den despotischen Vater verlassen, um nach einigen Tagen wieder heimzukehren und sich windelweich prügeln zu lassen: „Dieses spezielle Glück, das ich ihm bereitete, indem ich ihn regelmäßig verließ, um wiederzukehren, brachte eine Spannung in sein Leben, die durch nichts zu ersetzen war.“

    Grausame Realität, magische Welten

    Stets geht die Gewalt in Mohafezs Geschichten von Männern aus, auch wenn die Unterdrückten – meist Kinder und Frauen – durch ihre Passivität den status quo aufrechterhalten. Und so plastisch die Autorin eine ungeschönte Realität beschreibt, so poetisch schildert sie die Fantasiewelten ihrer Figuren, die aus der Imagination Kraft schöpfen, gar unverwundbar werden. In der zauberhaften Titelgeschichte des Bandes erzählt die kleine Lea ihrem Freund Konstantin, wie sie vom Vater während einer Autofahrt mitten in der Wüste ausgesetzt wurde und sich trotz ihrer Angst unter dem funkelnden Sternenhimmel geborgen fühlte. Wie Balsam legen sich Leas Worte um Konstantin, der sich so sehr vor einer Operation fürchtet, findet er Trost und Schutz in der Welt, die seine Freundin für ihn erschafft.

    Karin Scharschmied


    Sudabeh Mohafez: Wüstenhimmel Sternenland.
    Arche Verlag 2004,
    Geb. 128 Seiten. 18 Euro.
    ISBN 3-7160-2332-9

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    Zwischen Karikatur und Avantgarde

    Lyonel Feininger ist eine Ikone der Klassischen Avantgarde. Er hat einen festen Platz im Lieblingsmaler-Pantheon. Doch auch solch ein Weltrangmeister ist nicht vom Himmel gefallen. Die Ausstellung ...

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter