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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 27. Juni 2017 | 15:52

     

    Annette Turner: Babels Park

    06.04.2004

     


    Cybermärchen

    Ein Protokoll des Verschwindens



     

    Das Interessanteste und Kurioseste an diesem Werk ist zuallererst die paratextuelle Ebene, denn eine Zuordnung von Autor, Verlag, Herausgeber und Protagonist ist für den gemeinen Leser nicht ersichtlich. Eine Dame namens Annette Turner zeichnet als Autorin, da sie aber gleichfalls auch die Protagonistin dieses Cyber-Märchens ist, wird die Autorenschaft im Impressum auch gleich wieder negiert. Jene Annette nämlich, die durch die virtuellen Zukunftswelten des Babel’s Park streift, löst sich im Laufe des Romans von ihren todkranken Körper, um ihr Dasein „als Cyberhure“ zu fristen. Also wird ein Herr namens Mickey Hargrove (ergo: Hargrove Press, der Verlag) als Protokollant genannt. Des Weiteren aber signiert der Verlag auf dem beigelegten Pressezettel als ‚Babel’s Park Entertainment’.


    Diese virtuelle Reise durch den Publikationsdschungel hat mich so ergriffen, dass ich gar keine Lust mehr hatte, mich darüber zu informieren, was denn jetzt wirklich Realität und Fiktion ist. Ich erwähne das deswegen, weil die Geschichte als solche nicht unbedingt viel hergibt: Die Idee ist in Ordnung, nur ist das ganze Buch miserabel geschrieben. Ein bisschen erinnert der Sprachgestus der Ich-Erzählerin an Nina Hagen (anyway, nicht wahr?) und das ist nur schwer zu ertragen. Doch ist dies vielleicht insofern Absicht, als dass Babel’s Park nur als Metaerzählung funktionieren soll und nicht als das geschrieben Wort, dass der Leser rezipiert und sich in den Bann einer Geschichte gezogen fühlt.


    Nein, ich denke, hier geht es um mehr, nämlich um ein Protokoll des Verschwindens und Sich-Auflösens. Festgefahrene Strukturen und Regeln müssen gebrochen werden, um ein solch perfides Spiel mit den Erwartungen des Lesers zu spielen. Irre ich mich in meinen Vermutungen, dann bin ich einem Witz aufgesessen und finde das Buch nur noch blöd. Ist das Ganze aber wirklich als greifbarer Hypertext gedacht, dann: Glückwunsch, sehr originell.


    Sascha Seiler


    Annette Turner: Babel’s Park
    Hargrove Press
    Taschenbuch. 120 Seiten. 11,95 Euro.

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