Italienische Reise
Mit ambivalenten Gefühlen reist die Autorin nach Rom. Erst nach einer wochenlangen Eingewöhnungsphase in die laute, hektische, turbulente Stadt (»Chor von Autohupen, Preßlufthämmern, Sirenen von Polizei- und Krankenwagen, das ständige minutenlange Heulen der Fehlalarme…«) will sich das einstellen, was einst Goethe mit Klarheit und Ruhe überschrieben hat. Abwartend und abwägend lässt Sigrid Damm Orte und Mensche, Gedanken und Empfindungen zu. Wohin mit mir ist das sehr persönliche Tagebuch dieser vorsichtigen Annäherung.
Die (fast) täglichen Skizzen, Notate, Reflektionen zeugen von anfänglichem Zweifel und Suchen, von ersten Freundschaften und Zufallsbekanntschaften – bis sich Sigrid Damm einen Pfad ebnet, der ihrer jahrzehntelangen Vorgehensweise entspringt: eigenen Ausdruck über den Umweg der Leben anderer Menschen finden. Empathie, Umsicht und verhaltene Neugier sind ihre Begleiter. Inspirieren lässt sie sich nicht nur von Goethe, der 1786/87 an seinem ewigen Sehnsuchtsort weilte, sondern von einer langen Liste legendärer Romreisender und -exilanten: Wilhelm Waiblinger, Theodor Fontane, Friedrich Nietzsche, Ingeborg Bachmann, Hans Werner Henze.