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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 29. Mai 2017 | 13:28

     

    Herbert W. Franke: Schule für Übermenschen

    07.05.2007


    Wann beginnt der Mensch und wo hört er auf?

    Die Schule der Übermenschen von Herbert W. Franke, die erstmals 1980 erschien, ist mehr eine Überlegung, weniger ein Roman: Was muss der Mensch tun, um in Zukunft zu überleben?

     

    Die Zukunft beginnt im Hier und Jetzt. Allein der Wille zählt, der Körper muss geformt werden, damit Astronauten, Aquanauten und Speläonauten die Grenzen des irdisch Bekannten überschreiten und neue Welten erschließen. Die Ozeane und der Weltraum sind die Unbekannten, an denen sich die neuen Pioniere beweisen müssen. Zu diesen gehört auch Rod, der sich als Schüler am Institute for Advanced Education einschreibt. Die Ausbildung ist hart, weniger visionär. Mitten in der Wüste stehen Überlebenstrainings an. Rod gehört zu denjenigen, die einem sadistischen Lehrer zugeteilt werden. Doch keiner gibt auf. Jeder hat bereits eine erfolgreiche Karriere und will sich noch steigern. Erstaunlicherweise sind auch Polizisten und Soldaten dabei. Es geht nicht nur um Forschung, auch die Streitkräfte wollen ihren Nutzen aus den neuartig geltenden Methoden ziehen. Rod weiß, dass er kein gewöhnlicher Teilnehmer ist. Tief in seinem Unterbewusstsein verbirgt sich ein Befehl. Er soll die Geheimnisse des Instituts erforschen, das scheinbar nicht nur der Ausbildung dient.
     
    Schule für Übermenschen, erstmalig 1980 erschienen, ist mehr eine Überlegung, weniger ein Roman. In einfachen, kargen Sätzen stellt Herbert W. Franke zwei Handlungsstränge gegenüber: Rods Erlebnisse während der unmenschlichen Erziehung und die abstrakten Gedanken des Institutsleiters. Wann beginnt der Mensch und wo hört er auf? Vielleicht sind die Übermenschen nicht mehr menschlich zu nennen, wenn sie in Gefilde vorstoßen, die nicht für sie gedacht sind. In Meerestiefen, wo der Druck jeden normalen Menschen tötet, oder auf Planeten mit giftigen Atmosphären sollen sie arbeiten. Erst am Ende führt Franke alles zusammen, er lässt seine Figur Rod moralisch handeln und die nicht genehmigten Experimente des Instituts aufdecken. Andererseits bleibt die Sehnsucht nach der Unendlichkeit. War es vielleicht doch der richtige Weg, den das Institut einschlug? Aber aus den Menschen wären dann andere geworden, Schimären aus Fleisch und Metall. Diese Entwicklung bleibt leider nüchtern und unemotional, zu theoretisch.

    Am Ende bleibt die Frage, was wir zu unternehmen gedenken, um der Zukunft zu begegnen. Eine Antwort liefert Herbert W. Franke nicht, aber eine Interpretation. Diese gefällt nicht sehr, denn um zu überleben, muss der Mensch zu viel von sich selbst aufgeben. Das sollte eine Warnung, aber auch eine Chance sein. Andere Entwicklungen stehen immer offen und über die mag sich der Leser Gedanken machen.

    Ulrich Blode


    Herbert W. Franke: Schule für Übermenschen. Deutscher Taschenbuch Verlag 2007. 188 Seiten. 7,95 Euro.

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