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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 27. April 2017 | 11:02

     

    Juri Rytchëu: Gold der Tundra

    26.11.2006


    Goldsuche auf der sibirischen Tschuktschen-Halbinsel


    Der Roman des Tschuktschen Juri Rytchëu ist ein lesenswerter Bericht über die indigenen Völker im Nordosten Sibiriens.

     

    Der Inhalt des Buches klingt wie ein Abenteuerroman: die Geschwister Susan und Robert Carpenter aus den USA suchen im sibirischen Land der Tschuktschen nach einem Goldschatz, den ihr Großvater vielleicht dort zurückgelassen hat. In einigen Zeichnungen glaubt Susan das Versteck des Goldschatzes gefunden zu haben.
    Ihr Bruder Robert, Meeresbiologe und Abteilungsleiter für Fisch und Wild im US-Landwirtschaftsministerium nutzt seine Tätigkeit im Gebiet der Tschuktschen für die private Suche nach dem Gold, das sich im Stein einer Jaranga, wie Tschuktschenzelte genannt werden, befinden soll. Allerdings steht das Zelt nicht mehr, denn die Tschuktschen wurden ebenso wie die dort lebenden Eskimos vom sowjetischen Regime in feste Häuser verfrachtet. Der fragliche Stein könnte sich nun im Gebäude der Bäckerei in Ulak befinden. Daher startet Susan eine Sammelaktion für den Neubau der ohnehin pilzverseuchten Bäckerei.

    Ein Bericht über den Nordosten Sibiriens an der Bering-Straße

    Das Buch ist eine Reportage über die Lebenssituation der Tschuktschen, ein Volk, das zwölftausend Menschen umfasst und im äußersten Nordosten Sibiriens lebt.
    Der 1930 als Sohn eines tschuktschischen Jägers geborene Autor Juri Rytchëu kennt die Situation sehr gut. Minutiös berichtet er von der schlimmen sozialen Lage, vom Alkoholproblem, von der sowjetischen Politik. Er schreibt über das Leben auf der Halbinsel, über die Lage der Tschuktschen, der Eskimos (die im Buch, wie in Sibirien üblich, nicht Inuit genannt werden) und der Russen.

    Episoden und Reportagen

    Juri Rytchëu hat einen anspruchsvollen Roman geschrieben. Viele Personen werden eingeführt, immer wieder wechselt der Schauplatz, ändert sich die Figurenperspektive. Erst allmählich gewöhnt man sich an die vielen Namen und verbindet mit ihnen eine Geschichte. Das ist umso wichtiger, weil der Handlungsbogen nicht gerade fest gespannt ist. Das Buch ist eine Ansammlung von Episoden, von individuellen Schicksalen, von Berichten. Genau das macht es so spannend. Nicht die Handlung überzeugt, sondern das Szenario. Wer nach einem spannenden Abenteuerroman sucht und schlichte Unterhaltung erwartet, wird enttäuscht werden. Wer allerdings mehr über indigene Völker an der Bering-Straße lesen will, sollte zu diesem Buch greifen.

    Maria-Bernadette Ehrenhuber


    Juri Rytchëu: Gold der Tundra. Aus dem Russischen von Kristiane Lichtenfeld. Unionsverlag 2006. Gebunden. 266 Seiten. 20,50 Euro.

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