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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 29. April 2017 | 15:29

    Baru: Hau die Bässe rein, Bruno!

    01.09.2011

    Barus Eleven

    Eine spannende, kurzweilige und wie gewohnt gesellschaftskritische Geschichte aus der Welt französischer Ganoven und Gangster  präsentiert Baru mit Hau die Bässe rein, Bruno! Da dreht FRANZISKA BECHTOLD gerne mal die Lautstärke hoch.

     

    In einem kleinen afrikanischen Dorf wird der junge Slimane von Star-Fußballer Traoré angesprochen. Dieser verspricht ihm einen Platz in seiner Mannschaft, sollte er es schaffen, nach Frankreich zu kommen. Slimane setzt alle Hebel in Bewegung und schafft es tatsächlich – illegal reist er im Gepäckfach eines Flugzeuges ein.

     

    Gleichzeitig kommt der eiskalte Verbrecher Zizou aus dem Knast – und plant sofort seinen nächsten Coup, zu welchem er die alteingesessenen Gentleman-Gangster Fabio, Paul und Gaby ins Boot holt. Die drei kehren aus dem »Ruhestand« zurück und planen sorgfältig den Überfall auf einen Geldtransporter.

     

    Die zwei Handlungsstränge finden bald zusammen: Slimane, der sich ohne gültige Papiere inzwischen am Rande der Gesellschaft wiederfindet, wird von Zizou angeheuert. Es folgt so manche zufällige Verstrickung, doch trotz der ungeheuren Schnelligkeit des Geschehens verliert man nicht den Überblick. Rasant und spannend erzählt Baru seine Geschichte, ohne zwischen den actionreichen Passagen Ruhepausen für den Leser zwischen vermissen zu lassen.

     

    Wie gewohnt gesellschaftskritisch

    Und wer ist Bruno? Das Sinnbild des Zufalls, der Schmetterling, dessen Flügelschlag den actiongeladenen Showdown auslöst. Der Titel des Buches ist gleichzeitig unbedeutend und alles entscheidend: Der jugendliche Autofahrer, der diesen Satz zu hören bekommt, rast mit seinen Freunden durch die Nacht und kreuz den Weg unserer Hauptcharaktere.

    Der Sozialkritiker Baru erhebt auch in seinem neuesten Werk den Zeigefinger, wenn auch nicht so aufdringlich wie früher. Slimane, der Junge aus Afrika, der doch nur Fußball spielen wollte und im Kampf ums Überleben in einer völlig fremden Stadt auf die schiefe Bahn gerät, ist Sinnbild für viele Missstände in Frankreich – für Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung, ohne Perspektive oder Hoffnung auf Besserung der Umstände. Für sie ist das illegale Geschäft tragischerweise oft der einzige Weg sich durchzukämpfen.

     

    Dynamisch, spannend, genial!

    Diese ungeschminkte Kritik an der Gesellschaft gehört wie selbstverständlich zu Baru, trotzdem ist das vorliegende Werk keineswegs bedrückend. Denn hauptsächlich ist Hau die Bässe rein, Bruno eine klassische Gangster-Story vom Feinsten: spannend, clever, stellenweise brutal.

     

    Baru erzeugt die Dynamik seines Comics einerseits aus der linearen Erzählstruktur, andererseits aus den gewohnt brillanten und schwungvollen Zeichnungen – der Künstler war nicht grundlos Präsident des diesjährigen Festivals International de la Bande Dessinée in Angoulême.

     

    Alles in allem ist Hau die Bässe rein, Bruno ein packender Gangster-Comic, den man ruhigen Gewissens weiterempfehlen kann. Ohne unnötigen Schnick-Schnack oder künstliches Verlängern gelingt es Baru durchweg, die Spannung zu halten und kreiert ein Finale, das rundum fesselnd und vor allem zufriedenstellend ist.

     

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