Trancedere
Der Ritter der Artusepik muss sich im Wald bewähren, der Romantiker sich entrücken und der moderne Menschen sich auf dem Jedermansthron entspannen. Von Dämpfen umwabert, wie einst das Orakel von Delphi, ändert sich die Wahrnehmung des Thronenden: Stilblüten werden zu Stilmitteln, Blödes wird witzig, und ein inkohärentes Stückwerk zu einem satirischen Ganzen. Denn wo, wenn nicht auf der Toilette liesse sich verdauen, dass Little John ein warmer Bruder ist, Bruder Tuck der Papst, der Sheriff von Nottingham verblüffende Ähnlichkeit zu John Wayne aufweist und Tarzan aus unerfindlichen Gründen dem Sheriff zu Hilfe eilt, aber seinem Hang zur Sodomie erliegt.
So harte, humorige Kost lässt sich nur mit dem heiteren Lachen der Götter bewältigen, das schon in Homers Ilias ausführliche Beschreibung fand:
Gegeneinander tobten sie wild, rings krachte die Erde.
Schmetternd tönte der mächtige Himmel, und sitzend vernahm es
Zeus auf dem hohen Olympios; es lachte ihm das Herz vor Freude,
Weil er sah, wie die Götter zusammentrafen im Streite.
(Homer: Ilias in der Übersetzung von Johann Heinrich Voss, 21. Gesang, 387ff.)
Auch die Götter machen gelegentlich einen Ausflug in die niederen Gefilde der Schadenfreude. Auf dem Klo erzeugt Die Legende von Robin Hood Gelächter, sonst hochgezogene Augenbrauen. Denn auch in der Postmoderne sollte man in der Demontage von Heldenfiguren nicht mit der Abrissbirne zu Werke gehen