Stilistische und thematische Vielfalt
Congo Chromo, die Geschichte, die den Band eröffnet, handelt von Fressen und Gefressenwerden. Es geht um das Gesetz des Dschungels, dem sich die Hauptfigur, ein melancholischer Bartträger, ausgeliefert sieht. Der dritte Kurzcomic stellt seinen Protagonisten vor Die Aufgabe, die ihm sein Zeichenlehrer auferlegt. Hier wird veranschaulicht, dass man Aufgaben oft nur mit einem Aufgehen in diese gerecht wird – und dass das Verb »aufgeben« zwei Bedeutungen hat. In Die Höhle inszeniert Schrauwen eine alternative Schöpfungsgeschichte. Und Der Imaginist, die letzte Erzählung des Bandes, ist eine gezeichnete Ode an die Welten kreierende Kraft der Fantasie.
Es ist schwer, sich einen klaren Favoriten aus der Sammlung herauszupicken. Jede der Geschichten, die Schrauwen erzählt, beruht auf einer originellen Idee und ist schön umgesetzt. Interessant wäre es zu wissen, ob Schrauwens grober Stil auch für umfangreichere Stoffe funktioniert. In seinem Debüt, dem ebenfalls bei Reprodukt erschienenen Mein Junge, beweist er sein erzählerisches Talent auf immerhin schon 64 Seiten.