»Ein simples Reisetagebuch«
Wer Blankets kennt, hat große Ansprüche an Craig Thompson. Doch gleich zu Beginn macht der Autor den Lesern mit seinem Hinweis klar, dass es sich bei dem vorliegenden Comic »nur« um ein einfaches Reisetagebuch handelt. Ebenfalls äußert er Zweifel, ob die Veröffentlichung überhaupt angebracht sei. Eine Art Entschuldigung, dass er den Vorstellungen seiner Fans nicht gerecht werden könnte?
Chronologisch berichtet der Amerikaner von seinen Erlebnissen in den drei Monaten. Im Verlauf des Comics taucht immer wieder ein niedliches, kleines Wesen auf, durch das der Autor zu sprechen scheint und mit dessen Hilfe er seine Gedanken und Handlungen auf selbstironische Weise kommentiert.
An Lebendigkeit gewinnt der Comic durch die aussagekräftigen Porträts von Menschen und die detailreiche Darstellung von Landschaft und berühmter Architektur (z.B. die Kathedrale der Sagrada Familia in Barcelona & viele andere Bauwerke). Collagen, einzelne Comic-Sequenzen, Skizzen befreundeter Comiczeichner und Anekdoten runden den Comic ab.
Im Kontrast zu dem realistischen Zeichenstil stehen die surrealen Einschübe, die die innere Gefühlslage des Autors veranschaulichen. Es fällt zudem auf, dass in dem Tagebuch kaum Frames verwendet werden. Dies verdeutlicht noch einmal, dass es sich um gesammelte Eindrücke handelt und nicht um eine Geschichte. Vor allem bei den Landschaftsporträts impliziert der fehlende Bilderrahmen ein Gefühl der Weite.