Deadpool, der Mann fürs Grobe
Wilson alias Deadpool glaubt an eine Verschwörung, hinter der eine Geheimorganisation namens Hydra steckt. Ein Umstand, der von seinem Vorgesetzten Bob genutzt wird, um Deadpool für die einzelnen Missionen zu motivieren, für die er ihn einsetzen will. So soll Deadpool den Mafiaboss Hammerhead ausschalten, dazu den Rassisten Helmut Emmerich Zemo, der sich an einer Endlösung versuchen will. Und auch Jihadisten.
Jede der sechs Episoden von Deadpool Max: Lust & Liebe handelt von je einer Mission des wahnsinnigen Söldners. Diese bieten neben Einfallsreichtum im Umgang mit stereotypen Feindbildern interessante Einblicke in die Vergangenheit des zwiespältigen Recken. Garniert mit jugendfreiem Sex und ein paar Witzen, die über die Kalauergrenze hinausragen, ergibt das eine deftige Mischung, die schnell konsumierbaren Spaß verspricht. Weniger gut stehen den einzelnen Episoden allerdings der über lange Strecken eher plumpe Humor, der an einen Garth Ennis erinnern lässt, der bereits all sein Pulver verschossen hat und daher nur noch auf Effekthascherei und Schockwirkung setzt.
Aber sei´s drum: Fans von US-Heftchenserien bekommen hier auf alle Fälle geboten, was sie erwarten. Zwar werden in diesem Spin-Off die ausgetretenen Pfade gängiger Superheldenreihen kaum verlassen, und auch auf den Einsatz von Deadpools Fähigkeit, die vierte Dimension zu durchbrechen (was ihm eine direkte Leseransprache ermöglicht), wird verzichtet. Dafür glänzt das gebotene Haudrauf-Spektakel in dem Licht, in dem Kyle Baker es erstrahlen lässt.