Allein gelassen, allein geblieben
Auch er hat sich, wie der Küstenschiffer, einen Gefährten geholt: In einem Glasgefäß hält er sich einen kleinen Fisch, den das Meer ihm geschenkt hat, als Gefährten. Mit diesem stummen Ansprechpartner verbringt er sein tristes Dasein, das er regelmäßig durch Phantasiereisen unterbricht (oder aufrechterhält?). Dazu dient ihm ein Lexikon, aus dem er wahllos Begriffe wählt, um sich nach deren Beschreibungen eine Welt außerhalb seines Exils zu entwerfen.
Zwar geht dies schon lange so, aber irgendwann kommt etwas in Gange: Einerseits beginnt der Ex-Häftling Interesse an dem mysteriösen Unbekannten zu hegen. Andererseits sind es im Lexikon aufgeführte Begriffe wie Gefängnis und Einsamkeit, die den Leuchtturmbewohners das Unmenschliche an seinem Dasein erkennen lassen.
Das Ganze klingt nach einem Märchen, und das ist es irgendwie auch. Wie im Märchen sind die Protagonisten zum Handeln gefordert. Wohin das führt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Es sei nur soviel gesagt: Ganz allein ist eine rührende Geschichte, die ihre Stärke aus der gemächlichen Ruhe ihrer Inszenierung zieht. In Panelfolgen, die sich über mehrere Seiten erstrecken, wird die aufpeitschende Gischt dargestellt, der Flug der Möwen oder das sich langsame Annähern des Kutters. Die Panels zeigen die Zeitlosigkeit von Einsamkeit auf. Die kontemplative Kraft, die in ihr liegt. Aber auch den Schrecken, den sie bedeuten kann. Und dies alles bereits auf der ersten Seite: Das erste Panel des Comics zeigt nur das Meer, sonst nichts, das zweite nur den Himmel.