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    Sonntag, 20. August 2017 | 19:15

    Jeph Loeb, Tim Sale u. Gregory Wright: Batman - Das lange Halloween

    11.01.2012

    Heiliges Halloween, Batman!

    Das Lange Halloween ist ein hervorragendes Destillat, das den Dunklen Ritter in seiner ausgeglichensten Form präsentiert. PETER KLEMENT über die Graphic Novel von Jeph Loeb und Tim Sale, sowie die Inkarnationen des bösen und des doofen (aber lustigen) Batman.

     

    Es existieren verschiedenen Varianten des Millionärs Bruce Wayne, der nächtens Gotham Citys Schurken das Fürchten lehrt: In dem kompromisslosen Entwurf von Frank Miller in The Dark Knight Returns und The Dark Knight Strikes Again verprügelt Batman Superman und wird zu einer Art »Tea-Party-Terrorist«, der sogar gegen sein selbst gesetztes Gebot verstößt, nicht zu töten.

     

    Im diametralen Gegensatz dazu steht die TV-Serie mit Adam West, die mit Bat-Anti-Haifisch-Spray, Bat-Kehrblechen und flapsigen Sprüchen im Drei-Minuten-Takt zwar für zeitlose Unterhaltung sorgt, doch ein Dunkler Ritter ist der bemüht das Bäuchlein einziehende Batman der TV-Produktion beileibe nicht.  

     

    Das Lange Halloween von Loeb und Sale hingegen zeigt das wohl ausgeglichenste Bild des Maskenträgers und dreht sich um das altbekannte Dilemma, dass der Frömmste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

     

    Harte Zeiten für gerechte Männer

    Gotham City ist eine Metropole, die von Korruption und Kriminalität gebeutelt ist und in der gute Männer kein leichtes Leben haben. Zwei Mafiosi haben die Stadt unter sich aufgeteilt: Carmine »Der Römer« Falcone und Sal Maroni. Jegliche Versuche des aufrechten Polizisten Jim Gordon und des unbestechlichen Staatsanwalts Harvey Dent die beiden zu überführen, verlaufen aufgrund des weitreichenden Einflusses der Mafiosi-Familien im Sande: Beweise verschwinden, Geschworene leiden unter plötzlichem Gedächtnisverlust und Richter kommen trotz klarer Beweislage zu erstaunlichen Urteilen.

     

    Doch der Dritte im Bunde braucht keinen Durchsuchungsbeschluss und geht auch mit körperlicher Gewalt gegenüber dem organisierten Verbrechen recht unbürokratisch um: Bruce Wayne alias Batman kämpft an zwei Fronten gegen den Sumpf der Kriminalität, in dem Gotham City zu ersticken droht. Als Millionär Bruce Wayne verhindert er, dass das brachliegende Schwarzgeld der Mafiosi in seinen Banken gewaschen wird, und als Batman übergibt er das schmutzige Geld den reinigenden Flammen.

     

    Doch gerade, als sich die Dinge zum Besseren zu wenden scheinen, beginnt ein gesichtsloser Killer an Feiertagen Mitglieder der Falcone-Familie zu ermorden. Nach jedem Mord sind am Tatort die Tatwaffe und Symbole für den Feiertag zu finden – nach dem titelgebenden ersten Mord an Halloween beispielsweise ein ausgehöhlter Kürbis mit passender Fratze.

     

    Die Morde bringen die Mafiosi gegeneinander auf und trotz aller Bemühungen ist der Killer, der an jedem Feiertag erbarmungslos zuschlägt, nicht zu fassen. Die Identität des Täters zu entdecken ist selbst für einen der größten Detektive der Welt – der zweite Titel, neben Dunkler Ritter, den Batman trägt – eine harte Nuss.

     

    Bat-Noir

    Der hochgradig spannende und fantastisch erzählte Plot orientiert sich am Vorbild des Film Noir: Die Charaktere haben unsichtbare Tiefen, Allianzen und Loyalitäten verschieben sich laufend und der Kreis der Verdächtigen im Fall des Holiday-Killers erstreckt sich über die Guten, die Bösen und die Hässlichen. Das Ensemble ist gekonnt entworfen und die weitreichenden Verstrickungen der Figuren untereinander machen Das Lange Halloween nicht nur zu einem Batman-Comic, sondern auch zu einer dichten und bis zuletzt spannenden Kriminalgeschichte.

     

    Insbesondere Batman wird gekonnt in seiner doppelten Identität als überlebensgroßer Held und reicher Playboy dargestellt: Der Fokus liegt weniger auf den technischen Spielereien, mit denen der Superheld ohne Superkräfte seine Abenteuer bestreitet, sondern auf seiner Persönlichkeit und seinen körperlichen Fähigkeiten. Der Tod seiner Eltern machte aus Bruce Wayne einen Getriebenen, der durch einen strengen Codex und seinen Schwur das Verbrechen zu bekämpfen niemals zur Rast kommen kann – aber gleichzeitig die Fassade des gelangweilten Millionärs aufrechterhalten muss. Eine Doppelbelastung, an der er im Verlauf des langen Halloweens zu zerbrechen droht.

     

    Dem gegenüber steht der zeichnerische Entwurf von Sale, der Batman als hünenhaften Herkules darstellt, der mühelos halsbrecherische Akrobatik absolviert oder Eisenstangen aus ihren Fassung biegt. Das Lange Halloween zeigt Batman in übermenschlichen Heldenposen, verliert dabei aber nicht die menschliche Seite des Superhelden aus den Augen, der irrt, leidet und der unrasiert nachts in seiner Bat-Höhle sitzt und über dem Fall des Holiday-Killers brütet.

     

    Die fantastischen Zeichnungen von Tim Sale und die atmosphärischen Kolorierungen von Gregory Wright schaffen in jedem Panel Miniaturgemälde, die sich zu einem großartigen Ganzen zusammensetzen. Harte Kontraste aus Licht und Schatten sowie die kantigen Gesichtszüge der Figuren verleihen der Graphic Novel einen düsteren Grundton, aus dem die sparsam eingesetzten Farben umso mehr hervorstechen. Kleinteilig aufgelöste Szenen wechseln sich mit ein- oder doppelseitigen Bildern ab, die den Lesefluss angenehm auflockern und zum ausführlichen Betrachten einladen.

    Der hochgradig spannende und fantastisch erzählte Plot orientiert sich an dem Genre des Film Noir: Die Charaktere haben unsichtbare Tiefen, Allianzen und Loyalitäten verschieben sich laufend und der Kreis der Verdächtigen im Fall des Holiday-Killers erstreckt sich über die Guten, die Bösen und die Hässlichen. Das Ensemble ist gekonnt entworfen und die weitreichenden Verstrickungen der Figuren untereinander machen Das Lange Halloween nicht nur zu einem Batman-Comic, sondern auch zu einer dichten und bis zuletzt spannenden Kriminalgeschichte.

     

    Insbesondere Batman wird gekonnt in seiner doppelten Identität als überlebensgroßer Held und reicher Playboy dargestellt: Der Fokus liegt weniger auf den technischen Spielereien, mit denen der Superheld ohne Superkräfte seine Abenteuer bestreitet, sondern seiner Persönlichkeit und Körperlichkeit. Der Tod seiner Eltern machte aus Bruce Wayne einen Getriebenen der durch einen strengen Codex und seinen Schwur das Verbrechen zu bekämpfen niemals zur Rast kommen kann, aber gleichzeitig die Fassade des gelangweilten Millionärs aufrecht erhalten muss. Eine Doppelbelastung an der er im Verlauf des langen Halloweens zu zerbrechen droht. Dem gegenüber steht der zeichnerische Entwurf von Sale, der Batman als hühnenhaften Herkules darstellt, der mühelos halsbrecherische Akrobatik absolviert oder Eisenstangen aus ihren Fassung biegt. Das Lange Halloween zeigt Batman fast schon gemäldeartig in übermenschlichen Heldenposen, verliert dabei aber nicht die menschliche Seite des Superhelden aus den Augen, der irrt, leidet und unrasiert, tief in der Nacht in seiner Bat-Höhle sitzt und über dem Fall des Holiday-Killers brütet.

     

    Die fantastischen Zeichnungen von Tim Sale und die atmosphärischen Kolorierungen von Gregory Wright schaffen in jedem Panel Miniaturgemälde, die sich zu einem großartigen Ganzen zusammensetzen. Harte Kontraste aus Licht und Schatten, sowie die kantigen Gesichtszüge der Figuren verleihen der Graphic Novel einen düsteren Grundton, aus dem die sparsam eingesetzten Farben umso mehr hervorstechen. Kleinteilig aufgelöste Szenen wechseln sich mit ein- oder doppelseitigen Stillleben ab, die den Lesefluss angenehm auflockern und zum ausführlichen Betrachten einladen.

     

    Bat-tastisch!

    Mit Das Lange Halloween ist Loeb und Sale ein Meilenstein gelungen. Das Artwork ist hervorragend und schafft eine dichte Atmosphäre, die den Leser schon nach wenigen Seiten in ihren Bann zieht. Auch die Darstellung von Bruce Wayne alias Batman ist selten so überzeugend wie hier. Ein Pflichtkauf!

     

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    Kommentar:
    Erst vor kurzem gelesen. Fantastisch, fantastisch, fantastisch!
    | von Alper, 11.01.2012
    Ich bin sehr gespannt auf den Nachfolger: Dark Victory
    | von Peter, 17.01.2012

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