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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 23. Juli 2017 | 08:41

     

    Wolfram Schütte: Walser - Essay, Teil 2

    24.03.2004

    Auf- & Abstieg im Wörterbaum (Essay in 10 Teilen)

    Teil 2

    Vom "Händedruck mit Gespenstern" zum "Springenden Brunnen" - und weit darüber hinaus: die Friedenspreisrede, das Gespräch Walser-Bubis und andere Rauchzeichen.

    Von Wolfram Schütte

     

    Das ist der Fall. Ein einziges Mal in seinem mehr als zehntausendseitigen Oeuvre zitiert er demonstrativ in seinem 1979iger Händedruck mit Gespenstern aus seinem persönlichen Notizbuch, seinem Journal intim, und zwar eine Eintragung von 1975, die er also 2 (!) Jahre vor seiner Rede über den Leser notiert hatte. In dieser Notiz reflektiert er über sein "gestörtes Verhältnis zur Realität", womit ausschließlich die "nationale Realität" gemeint ist. Dass er dazu ein gestörtes Verhältnis habe, müsse einerseits daran liegen, "dass ich Deutscher und 1927 geboren worden bin", andererseits fehle ihm heute "vor allem (...) Vertrauen", nämlich in die Nation, und dass es fehle, liege nicht an ihm, sondern an "den Verhältnissen, an denen der Nation". Nicht jedoch - und das markiert den Bruch mit >der Linken< -, weil die deutsche Nation sich womöglich selbst historisch aufs Verheerendste zuletzt im II.Weltkrieg verspielt und um Kopf und Kragen gebracht hätte, sondern sie erlaube Walser kein Vertrauen, weil sie "als gespaltene (...) eine dauernde Quelle der Vertrauensvernichtung (ist)". Er könne "keinen der beiden deutschen Staaten in mir oder überhaupt verteidigen"; ein historischer Befund, der wohl von der Mehrheit seiner intellektuellen Zeit-, wenn auch nicht Altersgenossen geteilt wurde. Jedoch kaum, was in Walsers Notiz dann folgt: "Jeder sozusagen natürliche Identifikationsprozess - der möchte ja jeden Tag vor sich gehen und zu immer größeren Zugehörigkeitsempfindungen führen - wird andauernd durch den anderen Teil der Nation gestört", so dass Walser sich am Ende nur mit dem permanenten Widerspruch zwischen beiden deutschen Staaten identifiziere, woraus das sehnlichst erwünschte Vertrauen in die Nation sich nicht einstellen könne.

    "Was mir vor allem fehlt, ist Vertrauen" - ein Wunsch, der auf "die Nation" bezogen wahrscheinlich ebenso generationsbedingt ist wie >konservativ<. Konservativ, weil es ja darum geht, ein verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen, wobei der emotionale Wunsch, nämlich sein "Geschichtsgefühl", zur Restitution stärker ist als alle Vernunft, die sagen könnte, es sei das Vertrauen in die Nation ein für allemal depraviert worden, und zwar nicht zuletzt gerade aufgrund "des Vertrauens in die Nation".

    "Vertrauen" aber nicht nur, sondern "Identifikation" ist das weiter gesteckte Ziel, das Walser im intimen Zwiegespräch mit sich in der Nation sucht. Vorsichtig noch spricht er von "sozusagen natürlichen Identifikationsprozessen"; aber da dergleichen "ja jeden Tag vor sich gehen und zu immer größeren Zugehörigkeitsempfindungen führen (möchte)", darf man das sozusagen denn doch als "ganz natürlich" empfinden, wenn am Ende "Zugehörigkeitsempfindungen" den Identifikationsprozess abschließen. Hier schon möchte einer endlich wieder "ganz normaler" Deutscher in deutscher Nation sein - ohne historisches Wenn oder politisches Aber.

    Noch fragt sich jedoch der zweifelnde Sehnsüchtige: "Will ich mich nur salvieren? Suche ich nationale Bilder, um meine persönliche Lage zu rechtfertigen"? Und der noch soziologisch denken Könnende setzt sich auf den Prüfstand der Selbstkritik: "Wäre es besser, die Widersprüche, in denen ich lebe, von einer Klassenlage herzuleiten? Kleinbürger! Kommt mein gestörtes Verhältnis zur Realität von der Unversöhnlichkeit der Heilsbedürfnisse und Entgeltungssehnsüchte des Kleinbürgers mit der Erfüllung versagenden Klassenrealität"? Eine rhetorische Frage - damals schon? Denn später wird er die marxistisch formulierte These als variables Grundmuster fast aller seiner Kleinbürger-Romane in die Selbst- & Heldenerkenntnis übersetzen: "dass die Abhängigen nachts an ihre Chefs denken und wissen, dass ihre Chefs nicht an sie denken" und die Abhängigen deshalb an der Einseitigkeit ihrer Identifikations- & Zugehörigkeitsempfindungen "leiden". Und ganz wie seine Vertreter, Chauffeure und Beamte (oder wie der Angestellte Horn im gleichzeitig geschriebenen Jenseits der Liebe) konstatiert Walser zum Abschluss seines Selbstgesprächs 1975: "Ich bin ganz schön sehnsüchtig nach Verbindlichkeit. Nach Vertrauensseligkeit. Manchmal lass ich mich von etwas anziehen. Bis ich dann wieder abgestoßen werde<.

    So zärtlich und ironisch er hier seine "Schwächen" sich zugute hält, so hellsichtig beschreibt er zuletzt auch, wie aus der zeitweiligen >linken< Anziehung dann wieder eine rechte Abstoßung wird - wenn nämlich seine Heilsbedürfnisse und Entgeltungssehnsüchte (in der >Linken<) nicht mehr als subjektiv bedingte Mangelkompensationen aufgrund von "brüchigem Selbstbewusstsein, Ich-Schwäche, Deformationen durch Abhängigkeit" (Interview., S. 81f) von ihm angesehen werden, sondern "in immer größeren Zugehörigkeitsempfindungen", im "Geschichts- & Deutschlandgefühl" von Nation und Volk sich aufgehoben sehen möchten. Sowohl beruhigt als auch >befreit<.

    So wird aus einem Leiden an sich & an seiner sozialen Lage (als lohnabhängiger Schriftsteller auf einem fremdbestimmten Absatzmarkt) - ein Leiden an Deutschland. Also etwas Größeres, etwas Geerdetes; keine von der nationalen "Realität" abgehobenen Luftwurzeln eines bloß unglücklichen bundesdeutschen Intellektuellen-Bewusstseins mehr, sondern wiedergewonnene Bodenhaftung "im Deutschen".

    Es fiele schwer, zu diesem Zeitpunkt (1979) nicht eine >Kehre<, wenn nicht gar eine "Rückkehr zum Eigentlichen" der lange verdrängten "Seelenlage" Martin Walsers zu bemerken - und seine vorübergehende >linke< Heimat-Suche als eine zeitbedingte "Seinsvergessenheit" (Heidegger) zu verstehen . Allein schon der Titel Händedruck mit Gespenstern, der ja erst so recht auf die Friedenspreisrede zuträfe, signalisiert das Eigen-, wo nicht Selbstbewusstsein der damals vollzogenen Kehrtwendung. Dieses hier erprobte rhetorische Mittel des ambivalenten, assoziativen Sprechens hat den physiognomischen Gedankengestus der zwei Jahrzehnte später gehaltenen Friedenspreisrede präludiert und wird beide Prosastücke vielfach verzahnen. Zwischen bekenntnishaften und distanzierten Passagen, zwischen Ich- und Er-Äußerungen changierend, arbeitet sich Walser im Händedruck mit Gespenstern an namhaft gemachten literarischen Kollegen (wie Beckett und Adorno) oder durch Anspielung (auf H. M. Enzensberger und sein Titanic-Poem) sichtbar und unsichtbar ab (wie dann in der Paulskirche z.B. an Habermas- oder Handke-Zitaten).

    Enzensberger wirft er 1979 den "Titanic-Belcanto" als "wohlsituierte Unglückspflege" vor und weist es von sich, "dem bedeutenden Kollegen" in dessen "Drang" zu folgen, "sich jetzt lustig zu machen über das, was er vor zehn Jahren dachte, und über die, die ihn damals ernst nahmen". Enzensberger - Ist er nicht für Walser seither der Prototyp "des Intellektuellen", des "linken" und "deutschen" zumal: nämlich sowohl "volksfremd" als auch "internationalistisch", wie er beim Händedruck mit Gespenstern (in Deutsche Sorgen., S. 222 f.) beschrieben wird? Walser habe aber nicht wie der als Zyniker charakterisierte Enzensberger seine politischen "Meinungen" gewechselt, sondern er hat (>existentieller<) bemerkt, dass "seine veröffentlichten Meinungen ihn nicht ganz enthalten". Daraus schlussfolgert er: "Also stimmen sie nicht", was jedoch nur unter dem Gesichtspunkt einer homogenisierten existentiellen Totalidentität stimmig wäre, gewissermaßen im Lichte eines internalisierten Tugendterrors gegen sich selbst.

    Einmal bei dieser existentiellen o­ntologisierung des Selbst angelangt, wird aus dem "nicht ganz enthalten" die radikalisierende Verschiebung: "Viel von seinem Bewusstsein ist in diese veröffentlichten Meinungen nie eingegangen", was deshalb verwunderlich ist, weil es ja naheliegender wäre zu behaupten, dass von seinem "Unterbewusstsein" des "eigentlichen Sehnens" bewusst wenig in seine einzig von seinem (politischen) Bewusstsein gesteuerten und formulierten öffentlichen Meinungsäußerungen eingegangen sei und er deshalb "nicht ganz" oder nicht als ganzer Mensch "darin enthalten war". Da er aber im Zuge seiner Selbstpurgierung keine Gnade mehr vor sich findet - was seine Bußfertigkeit ebenso theatralisch wie rigoros überlegen erscheinen lässt -, muss er im nächsten Satz von einem "selbstverschuldeten" (Kursivierung von mir) "Samisdat" sprechen, der "in ihm entstanden ist", also einem parallelen Gedanken- & Gefühlstext jenseits des Öffentlichen, den er bisher geheimhielt: nämlich "sein Eigentliches". Nicht nur "sein", also Walsers "Eigentliches" erscheint ihm bislang verdrängt und verborgen im öffentlichen Diskurs, sondern "jeder von uns (verschweigt) durch einen Spezialvorbehalt sein Eigentliches oder ein Eigentliches", womit Walser sich in der schlechten Gesellschaft einer kollektiven Verschwörung der jeweils das "Eigentliche" Verleugnenden befand, die er nun ins Visier seines eigentlich heiderggernden Coming-outs nimmt.

    Der Gestus des "geständigen" Selbstlosen, der sich einem geschlossenen System der öffentlichen und privaten Selbstverleugnung gegenüber und sich auch noch den "besorgten und beißenden Argumenten des Freundes" ausgesetzt sieht - womit wohl Jürgen Habermas gemeint ist -, mildert seine zunehmend aggressivere Selbstgerechtigkeit, indem Walser hier wie später in der Paulskirchenrede (und zuletzt in der salvatorischen Nachrede Über das Selbstgespräch) sich selbst als heroisch mit sich ringendes Ich darstellt, das aus seinem Inneren lieber "wahrhaftiger" eine Mördergrube macht als (wie Deutschland) "gespalten" oder "in gespanntem Zustand" zu bleiben "zwischen niederziehenden Atavismen und dem zeitgenössischen Bedürfnis, das schlimme Erb- und Traditionszeug loszuwerden. Jetzt, müde und kapitulierend, wäre er im Handumdrehen besetzt von jeder Barbarei der Vergangenheit? Der Handschlag mit den Gespenstern fände statt? Jetzt sagt er sich schon (...), er sei nie frei gewesen von den Vergangenheitsbelastungen; er habe nur weiterkommen wollen, aber er sei eben nicht weitergekommen; das sei doch nicht seine Schuld (...)Nicht alles, sagt er jetzt, was er ausschloss, durfte schlechterdings ausgeschlossen werden (...) Also muss jetzt gestanden werden: in jedem, wirklich in jedem Fall, in dem eine Meinung eindeutig vertreten wurde, wurde Schein produziert, anstatt dass der Wirklichkeit zum Ausdruck verholfen worden wäre".

    Das muss man wohl eine Totalrevision nennen, die jetzt "jahrelang bekämpfte, immer auf Einlass drängende Gedankengespenster und Meinungsmonster" einlässt: "Endlich keine Kritik mehr der eigenen Neigung, sondern Zustimmung zur bisher ununterbrochen bekämpften Neigung". Schon hier ist Walser auf dem Weg zu seinem "Seelenfrieden", den er sich "auch von Ignatz Bubis" dann nicht mehr >nehmen lässt<

    Der ehemalige "Lippengebetsspezialist< - ist es der vom Beichtritus beschädigte Ex-Katholik, dem seinem nietzscheanisch-protestantischen Eiferertum diese wortwörtlich vielfach wiederholte Hasstirade eingibt? - entdeckt nun rund um sich nur noch Lügen: Öffentlichkeit: "ein Produkt des Lippengebets von bezahlten Gebetsspezialisten"; Öffentliche Meinung: "ein von Mandarinen gemachtes und verwaltetes Routineding"; Pluralismus: "hat soviel Wirklichkeit wie ein in einem Disney-Atelier gezeichneter Dschungel Natur". In summa: "Demokratie-Zeremonien en masse". Mit Heidegger zu sprechen: Walser entringt sich der "Verfallenheit" und "Verfangenheit" des "Man". Und wo es ihm 1979 noch um sein "Eigentlichstes" geht, wird er 1998 sein "Gewissen" ins Feld führen - ein heideggerndes Gewissen ("Freiheit auf dem Grunde des Nichts"), das mit dem geläufigen metaphysischen, religiösen oder kantianischen Gewissens-Begriff & -Inhalt nichts zu tun hat.

    Schon hier aber hat er >die Unwirtlichkeit des Auszuhaltenden< (M. Zuckermann, in Walser/Bubis, S.266) angesichts der "Vergangenheitsbelastungen" in einem Ressentiments-Akt auf das "Man" projiziert - eine ihn psychologisch entlastende Übertragung, weil er dem Phantombild der angeblich lügnerisch-heuchlerischen Öffentlichkeit und den dadurch "falschen", resp. instrumentalisierten "Vergangenheitsbelastungen" sich nun "direkt" entgegensetzen kann. Die Geschichte, die nicht vergeht, wird in dieser Walserschen Transformation von einer "Schuld" zu einer "Schande", die ihm "täglich vorgehalten wird", so dass er das Recht hat, "wegzusehen", weil er mit seinem "Eigentlichen", dem "Gewissen", "moralisch" sich den "falschen Moralisierern" überlegen fühlen kann. Im Hinblick auf die kollektive Erinnerung und das öffentliche Eingedenken ist hier schon deren pathetische Entgegensetzung als Gewissens-Privatissimum in der Friedenspreisrede vorgebildet.

    Wolfram Schütte

    Zu Teil 3

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