• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 28. Juli 2017 | 18:53

     

    Alan Posener contra Henryk M. Broder

    20.07.2009

    Eine Portion Frechheit

    Die Zahl derer, die – anders als die 68er aus linken sozialdemokratischen oder kommunistischen Familien – zu den diversen K-Gruppen der siebziger Jahre strömten und heute weit rechts angekommen sind, ist zu groß, als dass man an einer Gesetzmäßigkeit zweifeln möchte. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Anlässlich der Diskussion um eine Umbenennung der Berliner Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße schrieb Alan Posener im Januar 2005: „Dutschke hielt nichts von Kapitalismus und Konsum, Liberalismus und Parlamentarismus. Für ihn waren die USA und die Sowjets gleichermaßen imperialistische Besatzer. Es ist kein Zufall, dass sein Weggefährte Horst Mahler bei der NPD gelandet ist.“ Knapp dreißig Jahre davor war derselbe Alan Posener Genosse von Horst Mahler in der KPD/AO. Horst Mahler ist zu einem Wortführer der NPD geworden. Alan Posener hat es nur zum Kommentarchef der Welt geschafft und weint nun öffentlich, weil ihn die „Achse des Guten“ verstoßen hat, von der er nostalgisch erklärt: "Die gemeinsamen Nenner sind klar: pro-israelisch, pro-amerikanisch, gegen den Islamofaschismus und gegen eine Politik, die darin besteht, Wohltaten zu verteilen, statt Menschen in die Lage zu versetzen, sich selbst zu helfen."

    Es gehört schon eine Portion Frechheit dazu, dem toten Dutschke, der sich nicht wehren kann, eine Entwicklung zu unterstellen, die man selbst vollzogen hat. Man muss kein Freund der „Achse des Guten“ sein, um deren Entscheidung Verständnis entgegenzubringen. Ich habe mich oft mit Henryk M. Broder öffentlich gebalgt. Aber ich gestehe: gemessen am Eiertanz eines Posener ist mir seine konsequente Aggressivität sympathisch. Da weiß ich wenigstens, woran ich bin. Und klüger als Posener ist Broder allemal. Selbst wenn man in der Sache, um die es im Konflikt zwischen den Herren mit dem gemeinsamen Nenner ging, eher Poseners Ansicht zuneigt als der Position der Achsenmacht: dass man mit solch einem windigen Gesellen nichts zu tun haben will, lässt sich nachvollziehen. Auch wenn der eine oder andere Gegner Poseners dessen biographische Entwicklung aus eigener Erfahrung kennen muss.

    Die Zahl derer, die – anders als die 68er aus linken sozialdemokratischen oder kommunistischen Familien – zu den diversen K-Gruppen der siebziger Jahre strömten und heute weit rechts angekommen sind, ist zu groß, als dass man an einer Gesetzmäßigkeit zweifeln möchte. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Muss das jene kratzen, die weder einst in den sektiererischen K-Gruppen, noch heute im rechten Spektrum ihre Heimat fanden? Sollen sich just jene, die mit der „Achse des Guten“ nichts im Sinn haben, für die Belange eines Gekränkten einsetzen, der wieder in den Verein hinein möchte? Es gibt fürwahr wichtigere Dinge zu erledigen.

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

    Vive Le Pop

    Pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum der gelungenen Compilation-Reihe gibt es die 7. Ausgabe von Le Pop. Die Reihe für frankophone Musikliebhaber ist ...

    Die Geschichte geht weiter

    Wieder ein Weltbestseller – Carlos Ruiz Zafóns Roman Der Gefangene des Himmels. Von PETER MOHR

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    Nachgereichtes Wunder

    Dank eines Deals der Künstlerin mit Domino Records bekommen nun auch hiesige Fans die Möglichkeit, dieses im Frühjahr erschienene ...

    Petraeus und sein Stab

    Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

    Zum Ausklang

    Hier schließt sich der Kreis
    genießt sich (wer weiß)
    läuft jedenfalls heiß
    sein Leben als Preis

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    Vor den »Kindern des Olymp«

    Ein Mann, eine Frau und ein Hund entfernen sich nach hinten in die öde Landschaft eines Hafens. Es sind Bilder wie dieses, die die Magie einer Filmkunst prägen, die nahezu ausgestorben ...

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    Die böse Schlange
    und das weiße Kaninchen

    In diesem Land stimmt etwas nicht. Der Feminismus nämlich. Schwach steht er da, der Wind pfeift durch die Löcher seines theoretischen Unterbaus. Ähnlich steht es mit den Frauen. ...

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Vom Leben gezeichnet

    Der bei Avant erschienene Sammelband Lästermaul & Wohlstandskind beinhaltet die ersten 50 Episoden der ...

    Ein Igel erlebt sein blaues Wunder

    Neue Kartracer haben es nicht leicht. Auch nach 20 Jahren ist der Schatten der einstigen Genregröße Mario Kart so mächtig, dass sich jeder neue Titel einen Vergleich ...

    Auf die gute alte Rock-n-Roll-Freundschaft

    Will man Menschen, die noch nie einen Teil der Call-of-Duty-Reihe gespielt haben, das Spielerlebnis näher bringen, sollte man das Bild eines Menschen zeichnen, welcher von allen Seiten ...

    Ein Geheimnis in einer Graskugel

    Auf die ganz großen Katastrophen im Leben kann man sich selten vorbereiten. Das geht nicht nur den Großen so, auch die Kleinen müssen solche Erfahrungen bewältigen. ANDREA ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter