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Creative-Writing: Teil VII

16.02.2006

7. Therapeutische Ansätze des Creative Writing

 

Weißes Nichts


blauer Grund
und Weiß

ein buntes Windrad
dreht sich

Weiß
das Nichts

Farben
verändern sich

Nichts
bringt sie zum Leuchten
das weiße Nichts

Nichts
ist unwichtig

alles ist

Ulrike Görgen


„Big Sur“ Mitte der 60er Jahre. Ein grüner Landstreifen an der Pazifikküste Kaliforniens, dreihundert Kilometer südlich von San Francisco. Die USA befinden sich mitten im Vietnamkrieg: Während die GI’s in der grünen Hölle zugekifft um ihr nacktes Überleben kämpfen und dabei anderen Menschen das Leben nehmen, entwickelt sich in ihrem Heimatland eine Bewegung, die sich für Freiheit, Frieden und Individualität des Menschen einsetzt.
Das Zentrum dieses jungen „Human-Potential-Movement“ ist ein indianischer Kultplatz der Esalen Indians, die auch diesem Ort den Namen gaben.
Die heißen Quellen von Esalen machten ihn zu einem Kraftplatz, der Heilung und des Wohlbefindens. Dort lebte und arbeitete Fritz Perls, der Mitbegründer der Gestalttherapie, die sich als Initiator einer therapeutisch-spirituell-politischen Aufbruchsbewegung verstand. Perls gab Workshops, leitete Gruppen und machte Forschungsarbeiten. Schwerpunkt seiner Arbeit in Esalen war unter anderem die Gestalt- und Traumarbeit. In Zusammenarbeit mit Lore Perls entwickelte er in den 30er und 40er Jahren im südafrikanischen Exil die Gestalttherapie (Perls 1998: 9). In den USA begegneten die beiden deutschen Psychoanalytiker dem amerikanischen Sozialphilosophen und Schriftsteller Paul Goodman. Goodman, ein unbequemer Zeitgenosse und zudem ein rebellischer Schriftsteller, der keinen Zugang zu den akademischen Institutionen bekam, weil er sich zu seiner Homosexualität bekannte, lebte von Gelegenheitsarbeiten; sein Einkommen lag nur knapp über dem Existenzminimum. Die Bücher, die Goodman schrieb, wurden in Kleinverlagen veröffentlicht, die keine Honorare zahlen konnten.
Gestalttherapie und Schreiben (Creative Writing oder Composing) korrespondieren bereits seit dem Entstehen dieser Therapieform miteinander.
Paul Goodman, der unter den Literaten seiner Zeit ein Geheimtipp war, veröffentlichte 1941 den Band „Stop Light": 5 Dance Poems. Ein Jahr später schreibt er „Don Juan or: The Continue of The Libido." Dieses ungewöhnliche Textprojekt passte in keine literarische Gattung, aus diesem Grund wurde es von den Verlagen zurückgewiesen. Außerdem war sein offener Umgang mit Sexualität nicht zeitadäquat. Die explosive Mischung aus akademischer Bildung, Literatur und Stigmatisierung ließen bei Goodman eine Denkkultur mit bemerkenswerter Intensität entstehen. In seiner Shortstory „A Ceremonial" übt Goodman Kritik gegen die Institutionen, aber auch gegen die Unbekümmertheit der Menschen, die sich von diesen Institutionen ein gewöhnliches Leben aufzwingen lassen (Blankertz 2003: 28).
Auch Fritz Perls hat sich immer wieder mit lyrischen Texten beschäftigt. Sein Gedichtband „Texte aus der Mülltonne" war ein Nebenprodukt seiner therapeutischen Arbeit. Perls benutzte das Schreiben als Ventil für seine Seele. Über die Anwendung des autobiografischen Schreibens in seiner gestalttherapeutischen Arbeit gibt es keine Hinweise. Er hat sie in seiner gestalttherapeutischen Praxis nicht angewandt.
Creative Writing, als Ausdrucks- und Forminstrumentarium der Gestalttherapie ist bisher nur wenig bekannt. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle versucht Zusammenhänge und Korrespondenzen des Creative Writing und der Gestalttherapie aufzuzeigen. Dabei begeben wir uns mit meiner Spurensuche an die Wurzeln der Sprache. Die Sprache, besonders das gesprochene Wort ist eine Ausdrucksform des Unterbewussten, die gestalttherapeutisch einsetzbar ist. Die Metaphern „Worte können heilen" oder „Worte können verletzen" kommen nicht von ungefähr. Schreiben als Medium der Seele. Die Möglichkeit mit einem Stift Buchstaben zu Worten werden zu lassen, um somit seinem Innenleben „Ausdruck" zu verleihen, ist eine Form seinen Gefühlen im Außen Gestalt zu geben. Somit ist das Schreiben ein gestalttherapeutisches Instrumentarium, dem Abstrakten eine kognitiv erfassbare Wahrnehmung zu verleihen. Namenloses wird benannt, Chaotisches geordnet und die Angst kann ihr Grauen verlieren (Rico 1999: 20).
Dadurch, dass wir mit Sprache Gefühle zum Ausdruck bringen, erlangen wir die Fähigkeit, verantwortungsbewusst mit unserem Leben umzugehen. Die Sprache als Ausdruck des Unterbewussten macht Unsichtbares sichtbar, indem sie Verletzungen und Schmerzen der Seele eine Gestalt gibt.
Goodman, der 1972 das Buch: „Speaking and Language“ bei Random House veröffentlichte, beschäftigt sich in seinem Werk mit der „Verteidigung der neuen Dichtkunst“. In diesem Essay stellt er allerdings keinen Bezug zur gestalttherapeutischen Form des Schreibens her. Vielmehr beschränken sich seine Ausführungen auf die Kritik an der wissenschaftlichen Linguistik und deren Bezug zur „wirklichen“ Sprache.
Die meisten Schreibübungen im Creative Writing sind so angelegt, dass die AutorInnen, den Erinnerungsfundus ihrer eigenen Biografie nutzen können, um Texte zu schreiben.
Der Fritz Perls-Schüler Hiliard Petzold arbeitet im Hückeswagener Institut mit poesietherapeutischen Techniken, die aus dem Creative Writing kommen. Die Methoden, die dort zur Anwendung kommen, sind in den Kapiteln drei, fünf und sieben beschrieben.

„Dichtung ist eine der besten kreativen Nutzungen von Sprache. Da Verse dem Verstand ermöglichen, Erfahrungen in kondensierter Form zu bewahren, sind sie ideal, um das Bewusstsein zu formen“ (Csikszentmihalyi 1991: 175).

Wie gestalttherapeutische Ansätze mit dem Creative Writing kompatibel sind, wird am Beispiel des Clusterings untersucht.


7.1. Das Cluster – Von der Ordnung im Chaos

Das Cluster gehört im Creative Writing zu den wirkungsvollsten Methoden, gestalttherapeutisch zu arbeiten. AutobiografInnen bedienen sich dieser Methode, um eine Idee visuell erkennbar zu machen. Der so gestalterisch dargestellte Plot gibt die Grundlage einen Text ins Fließen zu bringen.
Doch zunächst zur Begriffserklärung: Cluster kommt aus dem Englischen und bedeutet im übertragenen Sinne so viel wie: Büschel, Traube, Gruppe, Haufen oder Anhäufung. Das Konzept des Clustering ist einfach, die Wirkung verblüffend. Die AutobiografIn nimmt ein leeres Blatt, legt es quer vor sich hin und schreibt in dessen Zentrum den Schlüsselbegriff für ihre Idee. Nun zieht sie eine Ellipse um diesen Begriff und schon beginnt der Schreibprozess. Alles was der AutorIn jetzt zu dem Schlüsselbegriff einfällt, gruppiert sie um das Zentrum herum. Die einzelnen Wörter, Sätze, Zitate, Informationen, Gedanken oder Gefühle werden nun umrahmt und mit dem Zentrum durch eine Linie verbunden (siehe Abbildung). Das ursprünglich leere Blatt ist nun visuell mit der Idee für die Story gefüllt. Was ist passiert? Mit der Methode des Clustering haben wir ein visuelles Formengebilde zu Papier gebracht, das, ergänzt durch Textinformationen, dem Gehirn die Möglichkeit gibt komplexe Gebilde und abstrakte Denkkonstruktionen mit einem schöpferischen Sprachausdrucksvermögen in Verbindung zu bringen.


7.2. Kindheitsmuster – die Ursprünge des natürlichen Schreibens

Die spielerische Leichtigkeit, aber auch die Bereitschaft des Risikos und die Spontaneität, unbekümmert auf Reize zu reagieren, wirken sich positiv auf den Schreibprozess aus. Diese elementaren Impulse wurden bereits in unserer Kindheit, von dem Augenblick an da wir zu sprechen begonnen haben, ausgelöst: Staunen und Geschichten erfinden sind die Grundlange für Kreativität im Umgang mit Sprache (Rico 2001: 50).
Diese beiden Aspekte, der Aspekt des Staunens und der Aspekt des Geschichtenerzählens, sind die Antriebskräfte archaischer Erzählungen; denn lange vor Erfindung der Keilschrift wurden Geschichten in epischer Form von Generation zu Generation mündlich überliefert. Diese Form der gesprochenen Überlieferung verlieh der Sprache ihre Lebendigkeit, weil nachfolgende Generationen den überlieferten Erzählstoff immer auch den aktuellen Ereignissen anpassten (Rico 2001: 50).
So gesehen sind das Staunen und das Geschichtenerzählen von Kindern durchaus archaische Formen, mit ihrer Umwelt in der Gestalt von Sprache zu kommunizieren. In der Psychologie kennen wir den Begriff des „storying", den Renée Fuller geprägt hat. Sie geht davon aus, dass „storying" ein fundamentaler Akt der Intelligenzentwicklung ist, der bisher von der Hirnforschung aber auch von der Psychologie vernachlässigt wurde. Das Geschichtenerfinden entwickelt sich demzufolge ebenso natürlich wie der Erwerb der Sprache. Im Verlauf unseres späteren Lebens verlieren wir diese Gabe des Staunens und des Erzählens. Beide Komponenten der Gestaltung von Sprache verlieren sich in einem nüchternen Umgang der Interaktion. Die emotionalen und auch die kognitiven Funktionen des Gehirns sind im Erwachsenenleben deutlich voneinander getrennt. Das Cluster eröffnet nach Gabriele L. Rico die Möglichkeit, die beiden Hemisphären wieder miteinander in Kommunikation treten zu lassen, um das Erlebnis Sprache zu einem kreativen Prozess werden zu lassen.


7.3. Die Interaktion der beiden Gehirnhälften

Die visuelle Form des Clusterings ermöglicht dem Gehirn eine Korrespondenz mit der linken und der rechten Hemisphäre.
„Eine wesentliche Voraussetzung für das natürliche Schreiben dass beide Gehirnhälften beim Schreibvorgang mitwirken “ (Rico 2001: 17).
Während die linke Gehirnhälfte für das logische Denken zuständig ist, also Informationen der Reihenfolge nacheinander verarbeitet, im Sinne von A, B, C…., ist die rechte Hemisphäre in der Lage Informationen gleichzeitig zu verarbeiten. Die rechte Gehirnhälfte ist aus dieser Perspektive gesehen das Steuerzentrum der Gefühle. Hier bezieht die AutorIn ihre Wortbilder her, den Rhythmus von Sprache, die Metaphern und den emotionalen Zugang zu ihrem gewählten Thema. Die rechte Gehirnhälfte als emotionaler Ausdrucksindikator ist auch gleichzeitig der Ort, von dem aus wir dichten. Aber die rechte Hemisphäre alleine würde nicht ausreichen um einen Text zu dem werden zu lassen, wie wir ihn gerne schreiben würden. Dazu benötigen wir auch den linken Teil unseres Gehirns, denn hier verknüpfen wir beispielsweise Wörter nach grammatischen Regeln. Die Struktur der linken Hemisphäre ist syntaktisch. Hier finden wir auch das Sprachzentrum, das unsere emotionalen Wortkreationen der rechten Hemisphäre von der feinstofflichen Ebene in die grobstoffliche Form der Sprache transportiert.
Die Sprachforscherin Barbara Schulte-Steinicke beantwortet im nächsten Unterkapitel Fragen, die sich mit den gestalttherapeutischen Aspekten des Creative Writing beschäftigen.


7.4. Fragen an Prof. Dr. Barbara Schulte-Steinicke

Barbara Schulte-Steinicke ist Diplompsychologin, Psychotherapeutin und Schreibberaterin. Sie ist Gastprofessorin an der Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialwesen in Berlin. Am IKS Institut für Kreatives Schreiben bildet sie PoesiepädagogInnen mit den Schwerpunkten autobiografisches und wissenschaftliches Schreiben aus. Von ihr liegen Artikel und Buchpublikationen zum Creative Writing vor.

Gibt es gestalttherapeutische Aspekte im Creative Writing, die während einer Therapie eingesetzt werden können?
„Ja, beispielsweise das Dialogische Schreiben und Techniken der Traumarbeit.“

Welche Methoden aus dem Creative Writing bevorzugen Sie?
„Solche, die auf Selbsthilfe zielen. Darin liegt meines Erachtens der ganz besondere Wert des therapeutischen Schreiben.“

Haben Sie therapeutische Erfahrungen mit PatientInnen, die im Creative Writing angeleitet worden sind?
„Ja, aus meiner eigenen Praxis. Das Schreiben verkürzt den Verlauf einer Therapie und regt an zu Selbstverantwortung und Eigenständigkeit.“

Wie wirkt sich das Führen eines Tagebuches in der Therapie aus?
„Meine Erfahrungen decken sich mit denen von K. Adams: „Bilder werden Worte.“

Ist es möglich, mit dem Creative Writing auch Traumarbeit zu machen?
„Ja, das Prinzip der Selbsterkenntnis durch Traumanalyse und Interpretation wird hier sogar besonders intensiv ermöglicht: Schreiben bedeutet eigenständige Arbeit an der eigenen Person und durch das Festhalten der Träume und ihrer Interpretationen ist auch eine längerfristige Verstehensarbeit an sich selbst möglich.“

Welche Methoden des Creative Writing setzen Sie in der Traumarbeit ein?
„Dialog mit Traumfiguren, innerer Monolog einer Traumfigur, zu Ende schreiben eines Traumes, also vorwiegend Techniken, die auch der Gestalttherapie nahe stehen.“


Setzen Sie das Creative Writing auch als sozialpädagogisches Instrumentarium ein?
„Auf jeden Fall, hier hat das Schreiben das Potenzial, Selbsthilfepraktiken im Sinne Adams’ zu unterstützen, aus diesem Grunde bieten wir an der ASFH Berlin (Fachhochschule für Sozialpädagogik und Sozialarbeit) eine entsprechende Fortbildung für Berufstätige aus Sozial- und Gesundheitsberufen, sowie voraussichtlich ab kommendem Jahr einen Masterstudiengang Biografisches und Kreatives Schreiben an. Das kreative und biografische Schreiben – in den USA seit langem Teil sozialpädagogischer Arbeit, aber auch Teil professioneller Gesundheitsförderung – ist ein Arbeitsfeld, das auch bei uns in gesundheits- und psychosozialen Berufen zunehmend eine Rolle spielt. Zugleich ist es eine Methode, die Menschen immer schon, im Rahmen von Tagebuchaufzeichnungen, in Briefen und insbesondere im schriftlichen oder auch erzählenden Festhalten von Erinnerungen angewandt haben, um der Geschichte ihres Lebens auf die Spur zu kommen.
Viele Menschen beginnen gerade in Krisensituationen, Erinnerungen aufzuschreiben, häufig verbunden mit der Hoffnung, diese Erinnerungen und damit sich selbst in der Kontinuität des eigenen Lebens besser zu verstehen. Andere arbeiten an ihrer Biografie im Rahmen von Seniorengruppen, Zeitzeugenbörsen oder Geschichtswerkstätten.“


Haben Sie bereits Erfahrungen machen können, wie die PatientInnen auf das Creative Writing reagieren?
„Dass diese Ansätze gesundheitsförderlich sind, hat die amerikanische Creative Writing-Forschung längst nachgewiesen. Die guten Erfahrungen, die international mit dem Einsatz des kreativen Schreibens in Einzel-, Gruppen-, Gemeinwesen- und Teamarbeit gemacht wurden, sind in Deutschland jedoch bislang nur ansatzweise rezipiert worden. Hier möchten wir eine Lücke schließen und das Methodenarsenal des kreativen Schreibens Hilfeberufen vielfältig nutzbar machen.“

Ist das Ziel Ihrer Arbeit, die Kreativität Ihrer StudentInnen zu fördern?
„Natürlich ist eines meiner Ziele, die Kreativität meiner Studierenden zu fördern. Dieses Ziel beinhaltet aber weitere Ziele: Kreativität nicht nur, nicht einmal in erster Linie auf literarischem Gebiet, sondern mit literarischen Medien des kreativen Schreibens und mit dem Ziel, Kreativität dort anzusprechen, wo die Studierenden ihre Potenziale haben und ein kreatives Herangehen und kreative Arbeitsweise brauchen können; so zum Beispiel auch in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit und in ihren berufspraktischen Tätigkeiten, wie Gesprächsführung, Problemlösung ect.“

Vermitteln Sie auch das methodische Vorgehen, damit die StudentInnen später damit im sozialpädagogischen Handlungsfeld arbeiten können?
„Alle unsere Ausbildungsangebote an der Hochschule und in den Ausbildungsgängen zur Schreibwerkstätten LeiterIn umfassen neben den Schreibmethoden auch die Vermittlung schreibpädagogischer und didaktischer Herangehensweisen.“


7.5. Das Cluster im autobiografischen Textlabor

Für den praxisbezogenen Einsatz des Clustering im Umgang mit der Gestalttherapie empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

·     Der Assoziationsimpuls ergibt sich aus dem Thema, über das die AutobiografInnen gerne etwas schreiben würden.

·     Das Schlüsselwort entsteht aus dem ersten Gedanken zum Thema. Merksatz: Der erste Gedanke ist immer der beste Gedanke. Wie oft haben Sie einen ersten Gedanken verworfen, um dann einen zweiten aufzunehmen? Am Ende sind Sie entweder wieder zum ersten Gedanken zurückgekehrt oder die Geschichte ist gestorben. Diesen Nebenschauplatz können Sie sich ersparen, wenn Sie Ihrem ersten Impuls für den Schlüsselbegriff nachgehen.

·     Das Cluster entsteht durch freie Assoziation. Begriffe, Metaphern, Zitate, Informationen, Gefühle, Erkenntnisse, Farben, Gerüche. All das, was Ihnen zum gestellten Thema einfällt, wird nun spontan in das Cluster integriert. Vergessen Sie dabei aber nicht, jeden Begriff nochmals mit einer Ellipse zu versehen und eine Verbindungslinie zum Schlüsselwort herzustellen. Es ist auch möglich Verbindungslinien innerhalb der einzelnen Clusterpunkte herzustellen.

·     Transformation in Sprache. Bereits während des Clustering werden Sie feststellen können, dass in Ihnen ein Sprachprozess angeregt wird. Satzfragmente, einzelne Formulierungen, Szenen, Handlungen usw. beginnen sich zu formieren und regen Ihren Schreibprozess an.

·     Der emotionale Zugang zum Thema korrespondiert nun auch mit Ihrem kognitiven Verständnis. Abstrakte Gefühle werden zu erdachter Sprache.
·     Suchen Sie sich nun, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Cluster vollständig ist, einen Begriff heraus. Auch hier wieder die Spielregel: „Erster Gedanke ist bester Gedanke!" Diesen Clusterpunkt setzen Sie nun wiederum in das Zentrum eines weißen Blattes und machen diesen Begriff zum Schlüsselwort. Ein neues Cluster entsteht. Übrigens können Sie jeden der gefundenen Clusterpunkte aus dem „Urcluster" noch einmal intensiv clustern.

·     Der erste Satz: Sollten Sie wieder erwarten nun immer noch keinen fließenden Anfang finden, machen Sie einfach ein Cluster zum ersten Satz. Der Schlüsselbegriff heißt also in diesem Fall: „Der erste Satz". Clustern Sie alles auf was Ihnen zu diesem „Phänomen des ersten Satzes" einfällt.

·     Der Schreibprozess: Jetzt legen Sie sich eine Uhr auf den Tisch und schreiben Sie innerhalb von zwei Minuten all das auf, was augenblicklich in Ihnen auftaucht. Freewriting nennt sich das im Creative Writing. Wenn Sie sich allen Ballast innerhalb dieser zwei Minuten von der Seele geschrieben haben machen Sie eine kleine Pause von maximal zehn Minuten. 

Rüdiger Heins


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