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    TITEL kulturmagazin
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    Kennzeichen T - 20.10.2012

    19.10.2012

    Invasion aus der Schweinebucht!

    Schnallen Sie sich an, meine Damen und Herren, es droht eine neue Kubakrise! Grade mal fünfzig Jahre ist es her, dass die Sowjetunion - für die Jüngeren: »Sowjetunion« war der Name von Russland, als es noch zur DDR gehörte -, fünfzig Jahre ist es her, dass die Sowjetunion auf Kuba Atomraketen stationierte. Und zwar Geschosse mit einer Reichweite von zweitausend Kilometern - keine zweihundert vor dem amerikanischen Festland! Mit anderen Worten: Die Russen schoben den Amis ein nukleares Furzkissen unters Kontinentalpolster.

     

    Eine Kolumne von MATHIAS TRETTER

     

    Aber, wie bei den meisten schlechten Scherzen, das Opfer bemerkte es, bevor es zu Peinlichkeiten kam. Der Streich wurde aufgedeckt von einem amerikanischen Aufklärungsflugzeug namens U2, das im Nachfeld beachtliche Erfolge als irische Moralgitarrenband feierte. Dem damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, der später bemerkenswerte Triumphe als Filmfigur verbuchte, gelang es im letzten Moment, einen atomaren Weltkrieg abzuwenden. Der Menschheit drohte der Untergang, er hat es verhindert. Die Raketen wurden abgezogen, und das atomwaffenfreie Kuba begann in der Folge eine erstaunliche Karriere als Mischgetränk aus Rum, Cola und Limetten.

     

    Soweit erstmal veritables Happy-End. Doch alles hat zwei Seiten: Hätten die Amerikaner Kuba damals ins Kambrium zurückgebombt, würde es die jetzige Krise nicht geben. So allerdings hat Havanna grade angekündigt, seinen Bürgern künftig Reisefreiheit zu gewähren. Venceremos dschingderassabumm! Da schrillen bei uns alle Asylklingeln. Die Bundesrepublik hat schon einmal erfahren müssen, was es heißt, wenn ein strauchelnder sozialistischer Wrackstaat seinen Angehörigen plötzlich das Abhauen erlaubt. Das war am 9. November 1989, der so genannte Schabowski-Moment, von der Gefährlichkeit eigentlich nur zu vergleichen mit der Cherenkov-Strahlung oder dem Murphy-Gesetz - und wenn wir ehrlich sind: Wir haben uns bis heute nicht davon erholt.

     

    Deshalb ist es allzu verständlich, dass unser Innenminister und Geheimdienstimpresario Hans-Peter Friedrich letzte Woche mir nichts, dir nichts mit dem verschimmelten Asylanten-Thema um die Ecke kam. »Das Boot ist voll« - die xenophobe Schote hat man jahrelang nur noch bei Veteranentreffen des Abwehrbataillons 'Roland Koch' gehört. Jetzt ist sie wieder da. Friedrich hat offenbar ein Aufklärungsflugzeug Richtung Antillen geschickt und weiß seitdem: Keine 9000 Kilometer vor dem deutschen Festland ballt sich ein menschlicher Tsunami.

     

    Mimosige Migrationsromantiker wie Claudia Roth und Pro Asyl quietschen nun gleich, es handle sich bei den Asylsuchenden doch nur um ein paar hundert Versprengte vom Balkan. Angehörige ziganer Volkgruppen würden dort diskriminiert, dann kämen sie hierher, um ein besseres Leben zu finden - und schon würde der Innenminister wieder knödeln: »Arrivederci Roma!«

     

    Sie tun ihm unrecht. Friedrich macht eine ganz andere Paranoia irre. Kuba hat 11 Millionen Einwohner. Ab dem 14. Januar brauchen die keine Ausreisegenehmigung mehr. Nur die Leistungsträger dürfen künftig ihr Land nicht verlassen. Und wie viele gibts davon schon in der Karibik? Wer bei zwölf Monaten Sonne, Strand und Rum im Jahr Leitungsträger wird, der hat nicht alle Latten am Zaun. D.h. fast alle können bald verreisen.

     

    Und dem will Friedrich vorbeugen. Wenn die Invasion aus der Schweinebucht kommt, müssen wir gewappnet sein. Das Durchschnittseinkommen der Fidelkastraten liegt bei 15 Euro im Monat, unser neuer Asylsatz bei 336. D.h. die verdienen das Zwanzigfache, wenn sie nach Deutschland schwimmen. Daneben noch ein kleiner Zigarrenhandel, und Ur-Opa gibt Konzerte für hüftambitionierte Grundschulreferendarinnen - hastdunichgesehen besteht ein Zehntel Prozent unserer Mittelschicht aus Kubanern. Und wenn das passiert, droht der Menschheit der geistige Atomschlag: ein neues Buch von Thilo Sarrazin. Nur einer kann es verhindern: Hans-Peter John F. Friedrich. Ein dringender Tipp von mir an ihn: Wenns gelingt - danach kein Cabrio fahren!          

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