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Dienstag, 21. Mai 2013 | 23:40

Kennzeichen T - 25.05.2012

25.05.2012

Hoden los!

Die Gleichberechtigung hat in diesen Tagen herbe Rückschläge erlitten. Während in akademischen Kreisen das Thema »Gender« höchstens noch für Proseminare herhält – man hat sich ja längst geeinigt, dass die Mehrheit der Geisteswissenschaftler ohnehin geschlechtslos ist –, sieht die Realität ganz anders aus. Man muss es leider so hart formulieren: Die Unterdrückung des Mannes kennt keine Grenzen mehr!

 

Eine Kolumne von MATHIAS TRETTER

 

Wer jetzt an Angela Merkel denkt, liegt selbstverständlich richtig. Hinter ihrer herzigen Mutter-Beimer-Larve verbirgt sich die Fratze rasender Männerfeindlichkeit. Wo sie hinkommt, hinterlässt sie Kastraten. Helmut Kohl, Friedrich Merz, Roland Koch, Christian Wulff – alle sind durch sie ins Hodenlose gefallen. Und bei Norbert Röttgen letzte Woche konnte man kaum noch von »Entmannung« sprechen; »Notschlachtung« war das Wort der Wahl.

 

Umso schwerer wiegt es, dass jetzt auch noch die Linke ihren Männern nicht mehr die Stange hält. Einen einzigen Patriarchen hatte die deutsche Politik noch, einen einzigen echten Kerl, der ein Attentat überstanden, den Krebs besiegt und Sahra Wagenknecht beschlafen hat: Oskar »die Saarpeitsche« Lafontaine. Natürlich, auch Legenden müssen irgendwann das Politbüro verlassen und sich nach Wallerfangen-Oberlimberg zurückzuziehen; aber wenn schon, dann sollte dieser Abschied mit roten Fahnen und Hartz IV-Aufstockung gefeiert werden.

 

Nichts davon! Nicht mal gefüllte Paprika gabs zu Lafos Abgang. Stattdessen droht der Linken nun eine Doppelspitze aus zwei – ja, tatsächlich – Frauen. Katja Kipping und Katharina Schwabedissen wollen die Partei unter sich aufteilen. Bislang dachte man eigentlich, die Doppelspitze sei eine Maßnahme, um beide Geschlechter gleichermaßen ranzulassen; als Quotenmann kam selbst ein Metallkopf wie Klaus Ernst mal an die Reihe. Jetzt stellt sich das Ganze als perfide Ausbootung unserer Geschlechtsgenossen heraus. Dietmar Bartsch, der letzte Desperado, den die linke Männlichkeit noch aufzubieten hat, soll zwischen den Flintenweibern zerrieben werden wie Parmesan im italienischen Erdbeben.

 

Ich weiß, auch ich kann unserer geknechteten Minderheit nur ein dünnes Stimmchen verleihen, trotzdem fordere ich: Gleichstellung! Zwei Frauen an der Spitze, das kann nur eine Hälfte sein! Denen müssen zwei Männer gegenüber gestehen. Wenn Kipping und Schwabedissen kommen, braucht die Linke mindestens eine Viererspitze. Dabei sollte einer der Männer aus dem Osten, der andere aus dem Westen stammen. Finden sich nur zwei Kandidaten aus einem Landesteil, braucht es natürlich eine Sechserspitze. Und dann ist selbstverständlich noch der Gewerkschaftsflügel zu berücksichtigen, außerdem die unorthodoxe Parteilinke und die Jünger von Gregor Gysi. Also, mit zwölf bis vierzehn Vorsitzenden sollte die Linke ganz gut hinkommen.

 

Aber selbst wenn die Zahl der Parteichefs irgendwann die Mitgliederzahl erreicht – alles ist besser als Sahra Wagenknecht. Sie ist die bekannteste, rhetorisch beschlagendste und profilierteste Linke, d.h. für den Vorsitz vollkommen ungeeignet. Die Union hat gezeigt, was es heißt, wenn eine Partei im eisigen Schatten eines weiblichen Monolithen erfriert. Und Wagenknecht wäre die härtere Merkel. Dann könnten Gysi, Bartsch und Ramelow nur noch die Hände in den Schoß legen. Nicht aus Faulheit, nur zum Selbstschutz. Jetzt auch mal an Sie, liebe Leserinnen: Wollen Sie das wirklich? Es reicht doch, dass die Konservativen keine Eier mehr haben.

 

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