Doch ich bin Deutscher, ich hab Glück,
Für Deutsche gibt es einen Trick:
Man muss noch nicht mal schreiben können
Oder mit Kai Dieckmann pennen
Es reicht, das Wörtchen „Israel“ zu dichten
Schon ist man vorn in den Kulturnachrichten.
Und das will ich schon seit langem
Will auf der ersten Seite prangen
Journalisten sollen mich beschwören
Ich will Germanistenweiber hören:
„Wir wollen von Dir Kinder!“
Drum mach ich jetzt den Grass, den Günter.
Ich schreibe ein Poem,
mit dem ich Letzter werde
Bei »Reise nach Jerusalem«.
Hört also her, Feuilletonisten
Ich geb’ Euch den Gedichtfaschisten:
Israel ist doof!
Jetzt ist es raus
Und Nentanjahu
Ist der größte Graus
Seit Westerwelle
Und an dieser Stelle
Sei auch erwähnt
Dass der Iraner sich nach Liebe sehnt
Und Frieden einen Namen hat:
Mahmud Achmadinedschad.
Dagegen Israel mit seinen Rechten
Will den Ayatollah schächten
Und in Teheran beizeiten
Couscousallergie und Hammelpest verbreiten.
So.
Ich glaub’, ich hab’ genug gebellt
Das wird jetzt an die ZEIT gemailt
Und wenn Sie heut aufs Erste gehen
Ists in der Tagesschau zu sehen
Nach Weltgeschehen und vor dem Wetter
Skandalbericht:
Das Israel-Gedicht von Tretter.