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    Dienstag, 22. August 2017 | 05:42

    Kennzeichen T - 13.04.2012

    13.04.2012

    Porträt des Kommunisten als Meeresfrüchtesalat

    Jetzt ist sie also da, die K-Frage. Sage und schreibe eineinhalb Jahre vor der Bundestagswahl geht die Nervensägerei nun wieder los. Seit dieser Woche kann man keine Gazette mehr aufschlagen, ohne was an die Backe orakelt zu kriegen: Wer wird Kandidat? – Die Umfragen sagen das, die Parteimitglieder jenes, aber die Vorzeichen deuten auf Lafontaine hin. Als wäre es nicht egal, mit wem die Linkspartei die Wahl verliert.

     

    Eine Kolumne von MATHIAS TRETTER

     

    Ja, die Linkspartei hat angefangen. Nach dem Rücktritt von Gesine Lötzsch sucht die Linke Vorsitzende und Spitzenkandidaten – das war früher eine Meldung unter ‚Vermischtes’. Aber damals gabs ja auch noch anderes zu berichten. Jetzt haben wir nur noch Eurokrise. Wenn ich alle Artikel, die ich allein in diesem Jahr über das Scheitern der Gemeinschaftswährung gelesen habe, aneinanderlegen würde, käme eine Strecke von hier bis zum Kühlschrank raus – und ich sitz grad’ in der Badewanne.

     

    Das Zeug will keiner mehr hören. Und dann wird sogar die Linkspartei zum Medienknüller. Dutzendweise schwärmen jetzt die Redaktionsauguren aus, um Tag für Tag Prognosen abzugeben, wen wir künftig ignorieren. Ich rufe hiermit die Berliner Tauben auf: Kackt woanders! Wenn Hauptstadtkorrespondenten die Zukunft in Eurem Kot lesen wollen, haltet ihn zurück oder geht aufs Katzenklo!

     

    Gottseidank weilt Paul, der Krake, nicht mehr unter uns. Es war schlimm genug, dass der arme Molluske Fußballergebnisse herbeifrühstücken musste; man stelle sich vor, sein Futter würde ihm mit Fotos von Linke-Aspiranten gereicht: Frisst er die Miesmuschel von Sahra Wagenknecht oder die von Dietmar Bartsch? Bäh! Andererseits, wenn Sie Gregor Gysi in Talkshows sehen, haben Sie sich nicht auch schon mal gedacht: Da sitzt ein Meeresfrüchtesalat! Er hat was davon – man weiß bei ihm nie, worauf man rumkaut, aber es schmeckt nach Mehr.

     

    Am allerliebsten an der Linken-Spitze hätte die große Welt natürlich das Glamourpärchen des Spree-Saar-Marxismus: Oskar Liebknecht und Sahra Luxemburg. Eine Amour fou im Schatten der Fünf-Prozent-Hürde! Homestory in der Bunten, mit Fotos vom Kamin und dem Fell vom saarländischen Königstiger davor, auf dem sie sich sonntagabends so richtig ordentlich – aus dem „Kapital“ vorlesen. Und ab und zu schaut Klaus Ernst im Porsche vorbei, zum Kritik-Selbstkritk-Kränzchen.

     

    Und es gibt ja sowieso kaum Alternativen. Wer will denn freiwillig die Linke führen? Es muss jemand sein, der alles nimmt, weil er nix mehr zu verlieren hat – gut, Thomas Gottschalk wird bald frei. Der ist den Kampf um fünf Prozent gewöhnt.

     

    Aber die Linke richtet sich ja auch noch nach dem Proporz. Statt dass sie froh sind, wenns überhaupt einer macht – nein, es sollte ein Mann und eine Frau sein, und zwar aus dem Osten und aus dem Westen. Als wäre damit die Gesellschaft abgebildet. Man muss doch fragen: Warum ist kein Modelleisenbahner mit an der Spitze? Wer vertritt die Spargelesser? Seit Jahren übergeht die Partei Postkommunisten mit Darmpilz!

     

    Mein Rat ist: Nehmt einfach Sahra-Oskar! Da ist der ganze Sex drin, den die Linke zu bieten hat; und wenn Günter Grass erfährt, dass der Vater von Frau Wagenknecht aus dem Iran kommt, kriegt Ihr vielleicht auch noch einen prominenten Wahlkampfhelfer.

     

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