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    Montag, 29. Mai 2017 | 21:04

    Kennzeichen T - 31.03.2012

    31.03.2012

    Mehr Kinski, weniger Kretschmann!

    Was hört man wieder für irre Nachrichten aus Düsseldorf: Die Grünen möchten im Falle einer Regierungsbeteiligung in NRW ein Tempolimit durchsetzen. 120 auf Autobahnen. Abgesehen davon, dass mit dieser Meldung die Regierungsbeteiligung passé sein dürfte – ich bin verwirrt! Ich wusste nicht, dass es in Nordrhein-Westfalen Autobahnen gibt, auf denen man 120 fahren kann. Ich wohne ja in Leipzig, und wir werden dort seit Wochen mit einem verkehrsapokalyptischen Hilfeschrei beschallt: Die Infrastruktur in NRW! Alles fließt in den Osten ab! Im Ruhrgebiet gehen Spediteure dazu über, die alten römischen Handelswege zu benutzen!

     

    Eine Kolumne von MATHIAS TRETTER

     

    Es gibt bereits einen neuen Namen dafür: Jammer-Wessis. Mein Nachbar hat sogar schon Ostpakete verschickt, für die verarmte Verwandtschaft in Oberhausen – »Gies und Bidumen, damit sie wenigstens den Zugang zu ihrer Blatte asphaltiern gönnen.«

     

    Und jetzt dieser Zynismus der Grünen! 120 Tempolimit zwischen Rhein und Ruhr. Das ist wie eine Kondompflicht für katholische Priester. Und im restlichen Bundesgebiet kommt es nicht viel besser an. Ich bitte Sie, wir sind in Deutschland! Ein Tempolimit, das wäre ein neuer Versailler Vertrag. Wenn man die Deutschen ins Mark ihrer Identität treffen will, dann nimmt man ihnen die Raserei.

     

    Unverantwortlich, sowas vorzuschlagen. Damit werden dem Extremismus Tür und Tor geöffnet. Es braucht nur ein Populist daherzukommen, der Deutschland 1000 Jahre freie Fahrt verspricht… – die FDP hats natürlich gleich versucht: Die Autofahrer werden schikaniert, hieß es, bei den Grünen herrschen verkehrspolitische Chaostage. Ja, die Liberalen greifen nach jedem Strohhalm. Vielleicht gibt’s ja doch einen Grund, warum man sie noch braucht. Und wenns nur als parlamentarischer ADAC ist. Gelb sind sie ja schon. Ich habe trotzdem den Verdacht, es wird nicht funktionieren. Man kann nicht für freie Fahrt eintreten, wenn man selber Panne ist.

     

    Bleibt die Frage, was die Grünen reitet? Wahrscheinlich ist es nackte Panik. Seit der Landtagswahl im Saarland geht der Klabautermann um. Die Grünen schiffen sich ein, wegen der Piraten. Sie brauchen unbedingt ein Thema, das die Piraten nicht haben. Aber das mindestens realistisch ist, wie deren Vorschläge. Die wollen ein bedingungsloses Grundeinkommen, die Freigabe von Drogen und kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr – vollkommen undurchsetzbar, dafür umso erfolgreicher. Aber welcher durchgeknallte Vorschlag bleibt da noch für die Grünen? Es muss ja auch was sein, was ihnen nicht gleich wieder die Merkel wegschnappt. Früher haben sie für so was immer Hans-Christian Ströbele vorgeschickt. Der hat dann einen muslimischen Feiertag gefordert, und damit war die Sache erledigt. Ströbele war schon Freibeuter, als die Piraten noch Gameboy gespielt haben.

     

    Und wenn die Grünen in Zukunft noch eine Chance haben wollen, dann brauchen sie mehr solcher Typen. Mehr Kinski, weniger Kretschmann. Ab und zu mal eine irre Forderung in die politische Landschaft hauen: Spargel für alle, Tiere in die Bundeswehr und Nachtbusse mit Solarenergie. Aber ein Anfang ist immerhin gemacht: Tempolimit auf Autobahnen. Wegen des Klimas und der Lärmemissionen. Wenn die Grünen so weitermachen, könnten sie am Ende sogar noch eine Umweltpartei werden.

     

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    Name:
    Kommentar:
    wie an der ampel: bei grün rasend werden, bei gelb aufpassen, bei rot verdutzt stehen!
    | von micha, 03.04.2012

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