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    Freitag, 28. April 2017 | 04:29

    Kennzeichen T - 10.02.2012

    10.02.2012

    Von der Maas bis an die Mulde

    Geben Sie es zu, meine Damen und Herren, auch Sie haben diese Woche die Zeitung aufgeschlagen und dann erst mal zur Signaltrompete gegriffen: Fanfare, Schampus, erste Strophe Deutschlandlied – wir sind Dschungelkönig der Exporteure!

     

    Eine Kolumne von MATHIAS TRETTER

     

    Eine Billion Euro Umsatz 2011 nur mit deutschen Ausfuhren - seit dem Zweiten Weltkrieg ist nicht mehr so viel aus Deutschland rausgeströmt. Maschinenbau, Umwelttechnik, sogar Guttenberg hat uns das Ausland abgenommen. Und der französische Staatspräsident erklärt den deutschen Nachbarn öffentlich zum Vorbild. Das mag uns zwar ein inneres 70/71 sein, aber sind wir ehrlich: Wenn der das sagt, dann muss es Frankreich unfassbar schlecht gehen! So zynisch hat die Krise Sarkozy werden lassen: Deutschland als Abgott - damit treibt er die letzten Resistance-Kämpfer bewusst in den Herzinfarkt, um ihre Rente zu sparen.

     

    Sein Kotau vor dem Erbfeind könnte unterwürfiger gar nicht sein. Nicht nur lässt er sich zu allem Überfluss von der deutschen Kanzlerin den Wahlkampf führen, Frankreich hat nun selbst seinen größten Stolz auf dem Götzenaltar des teutonischen Außenhandels geopfert: Seit ein paar Tagen importiert es deutschen Strom. Ja, Sie haben richtig gehört, La Grande Nation, das größte Atomflittchen seit Robert Oppenheimer, kauft unsere Windmühlen-Watt. Die 55 französischen Kernkraftwerke alleine packens nicht mehr. Denn es ist etwas Unvorhergesehenes passiert: Es ist Winter. Dass viele Technologien für solche Naturkatastrophen nicht geschaffen sind, das wissen wir Deutschen von der Bahn.

     

    Nicolas Sarkozy hat dem maladesten französischen Atommeiler gar einen Krankenbesuch abgestattet, Fessenheim im Elsass - jener Region Frankreichs also, mit deren Abtretung an die Bundesrepublik er sein serviles Germanenkuscheln abrunden könnte. Wir würden es begrüßen: Ein marodes Kraftwerk, steigende Arbeitslosenzahlen, überdurchschnittliche Fremdenfeindlichkeit - das Elsass besitzt alles, was ein neues Bundesland ausmacht. Mit unserem Solidaritätszuschlag werden wir die Flammkuchenmümmler schon hochpäppeln.

     

    Und was es für uns besonders interessant macht: Die Elsässer haben natürlich auch einen cooleren Umgang mit Radioaktivität, als zum Beispiel die Luschen von Gorleben. Wer jahrzehntelang neben so einer veralteten Druckwasserklitsche wie Fessenheim wohnt, der würzt sein Sauerkraut anders: Lorbeer? - No, Strontium Neunzisch.

     

    Momentan sucht der Bundesumwelt-Norbert mit Vertretern von Bund und Ländern mal wieder ein Atommüll-Endlager. Und da kann man nur raten: Lasst endlich die Weicheier in Niedersachsen in Ruhe! Die kommen schon mit den jetzigen Altlasten nicht klar. Wulff wurde sogar nach Bellevue geschickt, weil sie ihn bei sich nicht endlagern konnten.

     

    Wir brauchen das Elsass! Und wenn es zu Deutschland gehörte, hätte auch Sarkozy was davon. Dort ist man französische Produkte gewöhnt. Die könnte Frankreich dann ins Elsass exportieren. Das wäre nicht unbedingt ein Quantensprung für die Pariser Außenhandelsbilanz, aber Kleinvieh macht auch Mist - und das müsste grade der Mini-Bonaparte doch wissen.  

     

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