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    Dienstag, 22. August 2017 | 05:36

    Kennzeichen T - 12.11.2011

    12.11.2011

    Putin kriegt ein Riesenrohr!

    Am Dienstag gab es in Mecklenburg-Vorpommern einen großen Menschenauflauf: Dmitri Medwedew, die Bundeskanzlerin, der französische und der niederländische Regierungschef, Gerhard Schröder und Kommissar Oettinger waren da, und haben die Bevölkerungszahl unserer hübschen Nordprovinz für ein paar Stunden über Null gehievt. Anlass war die Energiewende in Deutschland. Die Vorsitzende der größten deutschen Anti-Atom-Partei, Angela Merkel, hat in Lubmin das Lebenswerk des größten deutschen Brennstofffossils, Gerhard Schröder, vollendet.

     

    Eine Kolumne von MATHIAS TRETTER

     

    Bald werden jährlich 55 Milliarden Kubikmeter sibirisches Erdgas unter der Ostsee nach Deutschland blubbern – und genau dort rauskommen, wo früher das größte Kernkraftwerk der DDR stand. Gibt es ein schöneres Bild für den Sieg der christlich-kohlenwasserstofflichen Vernunft über den Wahnsinn des Atomzeitalters?

     

    Überhaupt sind es Tage der Zuversicht. »Wir haben eine helle Zukunft vor uns«, hat Medwedew an der pommerschen Küste verkündet, und er meinte damit nicht nur das baldige Ende seiner Zeit als Präsidentenpraktikant. Ab 2012 wird Gas-Putin wieder durch den Kreml geistern; und nur tief böswillige Kanzlerinnen-Hasser behaupten, Angela ›Kelly‹ Merkel wollte sich mit dem Atomausstieg für einen Altersjob als Zugehfrau bei ihm bewerben. Gazprom hat schon eine deutsche Perle – und Frau Merkel plagen andere Sorgen.

     

    Seit langem wird sie angeblafft, sie solle endlich mal die Chefin geben; mit der neuen Pipeline hat sie zumindest mal eine Leitung übernommen. Das ist ein Anfang. Und ein Signal an den Koalitionspartner: Vor 500 Millionen Jahren wurden Kleinstlebewesen unter der russischen Tundra begraben und daraufhin solange zusammengepresst, bis aus ihnen brennbares Gas entstand, mit dem wir uns nun die Latschen wärmen. So können auch winzigste Organismen zum Wohl der Gesellschaft beitragen. Mit anderen Worten: Es gibt Hoffnung für die FDP. Aussterben muss nicht heißen, dass man danach nichts mehr bewirken kann. Im Gegenteil: Was soll das wilde Gezappel um eine Steuerreform, die nie kommen wird? Entwürdigend, so kurz vor dem Untergang! Die FDP wirkt wie ein Huhn, das nach der Enthauptung noch ein paar Augenblicke kopflos über den Hof rennt. Gelassenheit, meine Herren, Gelassenheit ist das Gebot der letzten Sekunden! Die kommenden Generationen werden sich auf jeden Fall bei den Liberalen bedanken. Wenn in ein paar Erdzeitaltern unter der Berliner Reinhardtstraße Sedimente entdeckt werden, mit denen die Energieversorgung wieder aufgenommen werden kann. Keine halbe Milliarde Jahre, und schon mausert sich eine ganz nutzlose Bundestagsfraktion zu höchst brauchbaren Kohle-, Öl- und Gasvorkommen. Freude schöner Röslerfunken: Dereinst wird die FDP ein Hunderttausendfaches der heißen Luft erzeugen, die heute aus dem Thomas-Dehler-Haus entweicht.

     

    Und damit sei auch mal den notorischen Schlechtmachern der fossilen Stromerzeugung das Mundwerk verrammelt. »Wir müssen auf erneuerbare Energien setzen«, so lautet deren schnödes Mantra – und was sie damit meinen, sind Wind und Sonne. Schön und gut - und  kurzfristig gedacht. Denn wer weiß, obs in der zweiten Hälfte der Erdgeschichte noch weht und scheint? Kohle, Öl und Gas dagegen werden sich erneuern. Wenn die Reste von Fukushima ausgestrahlt haben, und Griechenland den letzten Euro erstattet hat, kann wieder fossil geheizt werden. Ein bisschen Geduld! Wir haben eine helle Zukunft vor uns. Wir müssen nur das Holozän noch rumkriegen.

     

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