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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 23. Juni 2017 | 19:22

     

    Quotendummheit

    01.12.2008

    Sicherung von eigenen Vorteilen

    Jene Leute, die Quoten nur solange propagieren, wie sie nicht selbst dafür etwas aufgeben müssen, gleichen jenen Kollegen, die einen Kriegseinsatz befürworten, für sich selbst aber und ihre Kinder eine Befreiung vom Wehrdienst erwirken. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Ich gehöre einem Verein an, der beschlossen hat, dass der Vorstand zur Hälfte aus Frauen und zur Hälfte aus Männern bestehen soll. Als bei der Wahl mehr Frauen als Männer unter die Kandidaten mit den meisten Stimmen gerieten, wurde eine Frau zugunsten eines Mannes dennoch negativ beschieden, damit das Quotendogma eingehalten bliebe. Der ursprüngliche Zweck der Quote, nämlich den Frauenanteil im Vorstand zu erhöhen, wurde in sein Gegenteil verkehrt. Der Arithmetik wurde Genüge getan, nicht aber dem Wunsch der Wählerinnen und Wähler.

    Ich gehöre einem anderen Verein an, der mehrere Jurys zu besetzen hat. Er hat beschlossen, dass kein Bewerber mehr als zwei Jurys angehören darf. Ein Mitglied hat sich für drei Jurys beworben. Es wurde auf den Beschluss hingewiesen und gerügt. Mit dem Erfolg, dass einige Jurys nicht vollständig besetzt werden konnten, weil es nicht genug Bewerber gab. Die Dummheit der Quote hat gesiegt, Verlierer waren die nunmehr arbeitsunfähigen Jurys: Quote der Dummheit.

    Als man in der DDR und in der Tschechoslowakei Kindern aus bürgerlichen Familien zugunsten von Arbeiterkindern den Zugang zu Universitäten erschwerte, also eine Quote für bis dahin benachteiligte Schichten beschloss (wie ja hierzulande beim Studium eine ökonomisch und sozial determinierte De-Facto-Quote zugunsten der Reichen besteht), heulten die gewohnheitsmäßig Privilegierten, auch und gerade im Westen, auf. Das Beispiel drängt den Verdacht auf, dass es bei Quoten nicht um mehr Gerechtigkeit geht, sondern um die Sicherung von eigenen Vorteilen. Dass Quoten tatsächlich jenen helfen sollen, denen ohne sie Chancen entzogen werden, wollen wir glauben, wenn jene, die sie fordern, dafür auch bezahlen, wenn sie also bereit sind, zugunsten der Profiteure der Quote auf eigene Vergünstigungen und Karrieren zu verzichten. Wir warten auf die Politiker, die Quoten für Minderheiten fordern, welche als Wählergruppe nicht ins Gewicht fallen, und deren Einhaltung aufmerksam verfolgen und notfalls einmahnen: für Immigranten, für Behinderte, für Sozialhilfeempfänger. Jene Politiker aber, die Quoten nur solange propagieren, wie sie nicht selbst dafür etwas aufgeben müssen, gleichen jenen Kollegen, die einen Kriegseinsatz befürworten, für sich selbst aber und ihre Kinder eine Befreiung vom Wehrdienst erwirken. Bei ihnen ist es nicht nur Dummheit. Sie sind einfach schäbig und sollten auch so genannt werden.

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