Der Schweizer Justizminister Christoph Blocher hat sich letzthin mit einer Elektroschockpistole, einem so genannten Taser, beschießen lassen, um die Wirkung am eigenen Leib zu erfahren.
Bei dem Taser handelt es sich, so Wikipedia, um „eine pistolenähnliche Waffe, die zwei oder vier mit Widerhaken versehene Projektile gegen den Körper der Zielperson schießt und danach, je nach Bauart, nur während der Betätigung des Abzugshebels (Stinger) oder ca. fünf Sekunden (Air Taser) lang kurze Elektroschocks von etwa 17.500 V bis 50.000 V (Leerlaufspannung) durch die mit den Projektilen verbundenen Drähte schickt“.
Amnesty International und andere kritisieren den Einsatz dieser Waffe nicht zuletzt, weil sie nur scheinbar harmlos sei sowie die Hemmschwelle für den Gebrauch einer Waffe heruntersetze. Dass die Kritik mehr als berechtigt ist, hat sich gerade wieder in Kanada gezeigt, wo ein Flugpassagier aus Osteuropa nach einem Taser-Einsatz am Flughafen von Vancouver ums Leben kam. Presseberichten zufolge ist er bereits das 16. Todesopfer, alleine in Kanada. In Nordamerika wurden, gemäß dem Anwalt Cameron Ward, seit 2003 um die 300 Menschen mittels Taser getötet. Ob es einen Schweizer-Taser gibt, bei dem Todesfälle ausgeschlossen werden können, ist bis jetzt nicht bekannt. Sollten frühere Debatten über den Waffengebrauch jedoch ein Indikator sein, so kann ein in der Schweiz eingesetzter Taser selbstverständlich nicht mit einem nordamerikanischen oder kanadischen verglichen werden.
„Taser“ werden unter anderem eingesetzt, um besonders eigenwillige Personen ruhig zu stellen. Der Schweizer Justizminister war also ein in jeder Hinsicht geeignetes Versuchsmodell. Dass er nicht nur freiwillig, sondern auf eigenen Vorschlag dieses Experiment über sich hat ergehen lassen, gehört ihm hoch angerechnet und wird hiermit seinen Regierungskollegen, den Abgeordneten sowie den Polizeikräften samt Angehörigen wärmstens zur Nachahmung empfohlen, denn nichts steht dem Staat und seinen Repräsentanten besser an als von den eigenen Entscheiden selber „getroffen“ zu werden.
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Neben „Taser“ habe ich letzthin ein weiteres englisches Wort gefunden, das offenbar Eingang in die Schweizer Variante der deutschen Sprache gefunden hat. Es handelt sich um den sogenannten „Powernap“.
Beim „Powernap“ (zu Deutsch: Kraftnickerchen), der zwischen 15 und 30 Minuten dauern sollte, handelt sich um die bisher modernste Form des Mittagsschläfchens. Anhängern dieser aktiven Form des kurzzeitigen geistigen Wegtretens empfiehlt es sich, fortan einen Wecker mit sich zu führen, denn keinesfalls sollte ein „Powernap“ länger als 30 Minuten dauern, da man offenbar nach dieser Zeit in tiefere Schlafphasen fällt.
Wörter prägen bekanntlich die Wahrnehmung. Seit ich das Wort „Powernap“ kenne, sehe ich die Leute am Morgen im Zug zum Beispiel ganz anders. Dachte ich bisher immer, die wären noch nicht ganz ausgeschlafen, so kommt es mir heute vor, als sei ich von ungeheuer aktiven Menschen umgeben, die sich powermässig in Richtung Arbeitsplatz nappen.
Übrigens: Auch beim „Powernap“ ist die Schweizer Regierung, vertreten durch Bundesrätin Leuthard, die, gemäß der Gratiszeitschrift Via, ihre Zugsfahrten mit Aktenstudium und Powernapping verbringt, aktiv vorne mit dabei. Und da wir gerade bei Frau Leuthard, dem jüngsten Mitglied der Schweizer Landesregierung, sind: „Leuthard redet ungeschminkt mit Bauern“ titelte der Zürcher Tages-Anzeiger letzthin. Im Vorspann hieß es dann: „Bei ihrem ersten Auftritt vor den Bauern ging die Bundesrätin nicht auf Schmusekurs. Zum Agrarfreihandel mit der EU gebe es keine Alternative. Der Bauernverband bleibt störrisch.“
Ob Schminke und die Bereitschaft zu schmusen da geholfen hätten?