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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 26. April 2017 | 15:44

     

    EPO für San Marino

    04.06.2007

    Mehr Mut

    Bessere Trainingseinheiten live? Ein Millionenpublikum, das nur das Aufwärmen beklatscht? Die Nachspielzeit verkommt zum Auslaufen? Das ist doch nichts, das will doch kein Mensch! Es ist Zeit, den internationalen Fußball wieder interessanter zu machen - deshalb: EPO für San Marino! VOn CHRISTOPH POLLMANN

     

    Haben Sie sich schon mal überlegt, warum Asterix und Obelix aus ihrem kleinen Dorf ohne Namen - dieses San Marino der Caesarenzeit - so ein Erfolg ist und dabei unsere vollste Sympathie genießt? Es ist ganz einfach: Die Gallier sind jedes Mal gedopt, wenn die römischen Kohorten auf ihre hölzernen Dorfwälle zumarschieren! Mirakulix´ Zauberkessel macht´s möglich. Und sie sind ja auch völlig zu Recht gedopt, also zumindest ausgleichend gerecht – bei so einer unverschämten Übermacht! Und schließlich macht Geschichte auf diese Weise erst richtig Spaß. Warum nicht auch die Fußballgeschichte, in der Rom Deutschland und San Marino jene trotzige etwas verschrobene Dorfgemeinschaft ist? Die ewige Story von David und Goliath verlangt einfach nach einer Fortsetzung.

    Mein Vorschlag: Alle Fußballmannschaften ab – sagen wir mal – Platz 150 der FIFA-Weltrangliste, d.h. die Mongolei, Puerto Rico, Buthan, Osttimor etc. werden vor den Spielen gegen die Fußballriesen gedopt. Und zwar unter den Augen der Weltgemeinschaft, notariell bestätigt. Wer will schließlich so einen völlig verkäskoppten Donor-Nieren-Fake. Nein, alles mit allerbrutalster Ehrlichkeit! Vorgegangen wird dabei je nach Weltranglistenplatz. Beträgt der Abstand zwischen den Mannschaften also etwa 100 Tabellenplätze, so bekommen die Spieler des schwächeren Teams 100 ml bestes Dopingpräparat gespritzt, also zum Beispiel Blut von Jan Ullrich. Der hätte dann auch wieder einen Job und dürfte als respektierter Blutspender zurück in die Öffentlichkeit.

    Bei zehn Tabellenplätzen Unterschied gibt´s aber nur 10 ml. (Oder wahlweise einen Löffel Sanostol. Schließlich kriegen die deutschen Spieler ja auch das gute Nutella.) Die San Marinesen setzen sich also direkt vor dem Spiel gegen Deutschland bei laufender Kamera die letzte EPO-Spritze, kriegen nach Sekunden rotunterlaufene Glupschaugen und brüllen: „Blitzkrieg!“ oder so ähnlich. Und dann geht´s ab aufs Feld zu den deutschen Saubermännern im Adidas-Leibchen. Die machen sich glatt in die frischgebügelten Sporthöschen! Das wären wenigstens mal wieder Einschaltquoten wie bei Kuhlenkampfs EWG – Einer wird gewinnen! Jetzt heißt die Show EPO – Es platzen Organe! Die Holländer haben es uns – wenn auch etwas verkorkst – vorgemacht: Unkonventionelle Wege, mehr Mut, Denkreform statt immer nur Rentenreform! So macht unser verweichlichter und verschwabbelter Wohlfühlkontinent Europa wieder Spaß und wird – ganz nebenbei – wieder fit für die großen Konflikte der Zukunft.

    Im Krieg gibt´s das ja alles schon lange. Da heißt das „asymmetrische Kriegsführung“, wenn so ein überzeugter muslimischer Selbstmordattentäter auf einen moralisch orientierungslosen Bundeswehrler trifft. Der ist halt ideologisch gedopt! Unfair? Kann sein. Aber das Resultat: Kriege sind wieder spannender geworden! Denken Sie doch nur an Afghanistan: Die Weltmacht Sowjetunion marschierte ein und verlor - nach Verlängerung. Das gleiche in Vietnam. Im Irak läuft schon seit Jahren das Elfmeterschießen – Ausgang immer noch ungewiss. Warum also auch nicht San Marino, wenn wiedereinmal deutsche Truppen einmarschieren – also deutsche Fußballer ins Stadio Olimpico zur Kesselschlacht einziehen. 13:0 – gähn. 6:0 – oh Entschuldigung, ein Patzer! Vorbei, vorbei, nie wieder – dank EPO. Nur ein Sportler wird wohl nie mehr etwas aus dem spanischen Eigenbluttöpfchen bekommen: Lance Armstrong – denn der muss, wie der gute Obelix, schon als Kind da reingefallen sein. Aber das ist vermutlich eine andere Geschichte.

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