Eingekesselt von Pappkartons muss das, auf der Bühne sitzende Publikum unter greller Beleuchtung und ständiger Beobachtung Charles M´s Hasstiraden, seinen Kontrollzwang, seinen Narzissmus, seine ins leere gehenden Fragen ertragen. Jedes Mittel ist dabei recht, um die Atmosphäre des permanenten Terrors aufrecht zu erhalten. Stromausfälle und helles Licht wechseln sich ab und ist es einen Moment dunkel und Charles M scheint von den Zuschauer ab zu lassen, so beginnt er, diesen unvermittelt mit einer Grubenlampe ins Gesicht zu leuchten.
Obwohl Martin Molitor sich während des gesamten Stückes alleine auf der Bühne befindet, so ist seine Präsenz doch raumfüllend. In einer Atmosphäre, die ständig zwischen eher peinlicher Komik und den niederschmetternden Ergüssen eines Verstörten schwankt, setzt Molitor das Publikum unter anhaltende Spannung.
Trotz Molitors sehr gelungenen schauspielerischen Leistungen, gelingt es Drei10 Outtakes - Ein Tag schlägt zurück allerdings nicht, zu einem jener Stücke zu werden, die in dauerhafter Erinnerung bleiben. Zu präsent und zu wenig innovativ ist das Thema, des frustrierten Outlaws, wie er auch dem Comic Watchmen entsprungen sein könnte. Und auch der Text erweckt oft leider den Eindruck, als würde Quantität, Qualität ersetzen wollen, was sehr zu Lasten der Kontinuität und der Überzeugungskraft des Stückes geht.
Am Ende von Drei10 Outtakes - Ein Tag schlägt zurück - dem dritten und damit vorletzten Teil von Oliver Schmaerings Amerika-Zyklus, hat man übrigens den Eindruck, dass man sich nicht so sehr von Charles M unterscheidet - man ist gereizt und hat den starken Drang einfach weg zu gehen.
Fotos: Prinzregent Theater Bochum