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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 26. Juni 2017 | 14:09

    Gianluigi Trovesi in Bad Ischl

    19.08.2011

    Der heitere Jazzer

    Die »Festwochen Gmunden«, die sich inzwischen »Salzkammergut Festwochen« nennen und eben im oberösterreichischen Teil des Salzkammerguts, in der schmucken Kleinstadt am Traunsee beheimatet sind, gehören schon seit Jahren zu den bedeutenderen kulturellen Angeboten, mit denen die Region im Sommer lockt. Just am Kaisergeburtstag begab sich das Festival ins nahe Bad Ischl, wo Franz Joseph die Sommerfrische zu verbringen pflegte und sich die Herrschaften mit der vorstehenden Unterlippe alljährlich treffen, um ihren toten Ahnherren mit einem Gottesdienst und einem weltlichen Empfang in der Kaiservilla zu feiern. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Der Kaiser, den die Festwochen Gmunden nach Bad Ischl brachten, ins Lehár-Filmtheater, wo man früher Operetten sehen konnte, kam aus Italien und ist ein Kaiser des europäischen Jazz. Seit langem beweist Gianluigi Trovesi mit wechselnden Partnern, dass Jazz eingängig, tänzerisch, ja witzig sein kann, ohne trivial zu werden. Dass er ein Virtuose auf der Klarinette und dem Saxophon ist, liefert nur die Voraussetzung. Das Besondere ist die Leichtigkeit und Spielfreude, mit der Trovesi diverse Einflüsse von Klezmer und Filmmusik bis zum Schlager verarbeitet. Als sensationell wurden seine Einspielungen mit dem Akkordeonisten Gianni Coscia rezipiert.

     

    Diesmal klangen diverse Folkloren an, lateinamerikanische, osteuropäische, schottische, italienische, doch auch der Bebop hatte seinen Platz in diesem Konzert. Auch eine eigenwillige Version eines Hits des Modern Jazz Quartet, John Lewis' Django war zu hören. Trovesi erzählt mit Musik Geschichten – etwa über das Erkalten einer romantischen Liebe. Zur Seite steht ihm in seinem aktuellen Quintett der großartige Trompeter Massimo Greco. Trovesi und Greco werfen einander die Bälle zu. Dieser nimmt eine Phrase auf, die jener ihm vorgibt, verwandelt sie, antwortet ihr mit einer Gegenmelodie. Das passiert so uneitel, so spielerisch, dass man im Publikum den Eindruck gewinnt, die Musiker bräuchten gar keine Zuhörer, es reichte ihnen die Freude an der Sache.

     

    Ergänzt werden Trovesi und Greco durch den soliden, in seinen Möglichkeiten allerdings begrenzten Gitarristen Roberto Cecchetto, den Bassisten Marco Micheli und den Schlagzeuger Vittorio Marinoni, dem zu Recht reichlich Gelegenheit für ausgedehnte Soli gegeben wird.

     

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