Aus Kärnten kommt auch das Männergesangsquartett schnittpunktvokal. In der Geschlossenheit des Klangs, in der Präzision der Stimmführung, in der Disziplin der dynamischen Differenzierung kann sich das Ensemble an den berühmten A-cappella-Gruppen à la King's Singers messen lassen.
Die Vienna Flautists sind ein ausschließlich aus Flötisten bestehendes Ensemble. Keine alltägliche Besetzung. Kurios, dass die sieben Frauen die höheren, die zwei Männer die tiefsten Instrumente der Flötenfamilie spielen, als wollten sie ihre natürlichen Stimmen imitieren. Dabei machen es doch Musikinstrumente so leicht, sich zu verstellen. Keine Lust am Maskenspiel? Unter den Sängern gibt es einen Countertenor, unter den Flötisten keinen männlichen Alt oder Sopran, keine Frau an der Bassflöte. Zufall? Psychologie?
Mark Feldman ist ein facettenreicher Jazzgeiger. Im aktuellen Kontext zeigt er sich von seiner avantgardistischen Seite, zurückhaltend, nur von Ferne an die Tradition erinnernd, die von Joe Venuti über Stéphane Grappelli bis zu Jean Luc Ponty oder Michal Urbaniak führt.
Peter Herbert ist ein Kontrabassist aus Vorarlberg, der, wie Puschnig und Feldman, mit den unterschiedlichsten Musikern aus aller Welt Erfahrungen gesammelt hat. Uneitel, drängt er nicht in den Vordergrund. Aber ohne ihn wäre der Sound ärmer. Das weiß er.
Bernarda Fink schließlich ist ein Mezzosopran aus Argentinien. Ihre Eltern stammen aus Slowenien. Das führt sie in den Kontext, von dem hier die Rede ist. Bernarda Fink hat eine so makellose, so volle, so in jeder Nuance schön klingende Stimme, dass man nur eins bedauern muss: dass sie an diesem Abend, Zugabe inbegriffen, nur vier Lieder singt.