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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 26. Mai 2017 | 09:26

    Susan Weinert - live in Burghausen

    27.10.2011

    Die Weltenentdeckerin

    Susan Weinert. Eine Frau, die weiß, was sie will und konsequent ihren Weg geht. «Ich bin ein Mensch mit einem eigenen Kopf. Und ich lasse mir ungern in meine Musik reinreden.» Das ist Susan Weinert. Eine Frau, die an sich die höchsten Ansprüche stellt und die damit Erfolg hat. Seit über 20 Jahren ist die Saarländerin in der Jazz-Szene mit ihrer Gitarre und ihrem Mann Martin (Bass) unterwegs - und sie hat sich einen sehr guten Namen gemacht. Mit Musik vom Feinsten, wie sie derzeit wieder bei ihren Auftritten in ganz Deutschland unter Beweis stellt. So auch jüngst im Jazzkeller von Burghausen. Von JÖRG ESCHENFELDER

     

    Susan Weinert ist eine offene, geduldige, unkomplizierte Frau. Sie hat in der Pause und nach dem Konzert ein offenes Ohr für ihre Zuhörer. Hört sich geduldig die Kommentare und die Empfindungen an, die ihre Musik auslösen, beantwortet Fragen zu ihrer technischen Ausstattung. Susan Weinert ist Künstlerin und zugleich eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Eine Frau mit einem eigenen Kopf, klarer Ansprache und eine Musikerin, die manche als beste deutsche Jazz-Gitarristin bezeichnen.

     

    »Mit diesem Ranking habe ich ziemlich wenig am Hut. Ich spiele so, wie ich spiele. Für mich ist wichtig, dass die Musik gut ist. Alles andere ...« Der Rest ist nur von ihren Lippen abzulesen.

     

    Derzeit ist Susan wieder mit ihrem Mann Martin (Bass) und mit dem Münsteraner David Kuckhermann (Percussion) als Susan Weinert Global Players Trio unterwegs. Musikalische Globetrotter, die die Musik der ganzen Welt einfangen und daraus unnachahmliche Klangwelten zaubern, die ansprechen, die Bekanntes anklingen lassen, aber doch immer wieder neu sind. Klangwelten von höchster Musikalität, die locker und leicht klingen, aber die Zuhörer wie auch die Musiker fordern.

     

    »Es ist einfach die Musik von Susan Weinert. In den Anfängen hatte man die Einflüsse noch herausgehört. Mittlerweile erkennt man mich an meiner Musik. Ich komme vom Jazz, auch wenn man das heute nicht mehr vermuten würde, weil es sehr offen ist, weil es eine modernere Musikrichtung ist.«

     

    Denn Susan Weinert, die alle Titel selber komponiert, ist immer offen für Neues. Zum Beispiel für die Klangwelten, die ihr David Kuckhermann, mit seinen Percussions eröffnet, da er immer wieder neue Instrumente mitbringt.

     

    »Das ist ja echt der Hammer. Die klingen ganz anders. Da denkst du: Oh, da könntest du noch das und das machen. Und dann bringt er so ein komisches Tamburin mit. Und du denkst. Huch. Was könntest du da jetzt machen? Es ist Inspiration pur.«

     

    Auch wenn Susan Weinert die Frontfrau, Namensgeberin und musikalischer Kopf des Trios und ihrer vielen Projekte ist, auf der Bühne hält sie sich eher im Hintergrund. Da führt ihr Mann Martin durch den Abend, da ordnet sie sich ein, sind die drei Musiker gleichberechtigt.

     

    »Der Name hat sich über 25 Jahre etabliert. Deswegen steht mein Namen oben und dann kommt das Zubehör. Wir sagen immer im Scherz: Susan, das bin ich. Weinert ist mein Mann und der Rest sind die, die mitspielen.«

     

    Und das kann - je nach »Zubehör« - äußerst unterschiedlich sein: meditative, akustische Weltmusik oder fetziger, schräger Jazz-Rock. Und bei allen eigenen Wegen, die Susan Weinert inzwischen geht, so versteht sie sich immer noch als Jazz-Musikerin.

     

    »Jazz? Das ist etwas, was einen ganz tief berührt. Als ich angefangen hatte, und noch keine Ahnung hatte, was da abgeht, da war ich auf einen Jazz-Workshop und habe den Saxophonisten David Liebman gehört. Ein unglaublicher Mann. Er hat mit Richie Beirach zusammen gespielt. Ich habe nicht verstanden, was die gemacht haben. Far out! Aber: Der Mann hat so eine Energie, so eine Magic gehabt, dass ich in der ersten Reihe wie eine Dali-Uhr weggeschmolzen bin. Mein Herz wurde entflammt. Das hat mich im Innersten berührt. Da habe ich gesagt: Wow. Das möchte ich lernen.«

     

    Und das hat sie dann auch getan. Sie hat viel gelernt, gearbeitet und geübt. Sie lernte unter anderem bei David Liebman und Richie Beirach, bei John Abercrombie und Mike Stern. Sie nahm Einflüsse unter anderem von Pat Metheny, Scott Henderson, Charlie Parker, Miles Davis und Wes Montgomery auf. Sie spielte mit Mike Mainieri, Jimmy Earl (Bassist von Chick Corea) und mit Michael Ruff (Keyboarder von Chaka Khan).

     

    »Jazz besteht aus viel Handwerk, das man nicht hören darf. Was du den Leuten verkaufst, ist nicht das Handwerk, sondern das Herz. Du musst dein Handwerk verstehen, um dein Herz sprechen zu lassen. So lange zu arbeiten, dass es leicht klingt. Das ist die Kunst.«

     

    Und so begann für sie vor über 25 Jahren eine Reise, die nie zu Ende geht. Eine Reise, die schon zehn sehr unterschiedliche CDs hervorgebracht hat.

     

    »Es ist wie das Universum. Du entdeckst immer neue Sterne und denkst. Wow. Lass uns den erkunden. So ist es mit der Musik auch. Du empfindest manchmal neue Klangräume, und du bist völlig fasziniert und arbeitest und arbeitest und denkst, das und das  kann man noch machen.«

     

    Und dann gibt es wieder einen neuen Stern und die Reise geht weiter.

     

    Bis Mitte November touren Susan Weinert, Martin Weinert und David Kuckhermann noch zusammen durch Deutschland. Danach geht es in die heimische Klause im saarländischen Neunkirchen, wo Susan dann wieder Zeit und Ruhe hat, um neue Welten zu entdecken.

     

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