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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 27. Juli 2017 | 16:12

    Beady-Eye-Konzert / Berlin, Columbiahalle

    20.10.2011

    Same Gear, No Speeding

    Es mag eine unprofessionelle Argumentation sein, aber Liam ohne Noel ist wie Fußball, ohne dass Tore fallen. Auf Platte ganz okay, aber live ziemlich unspannend. Findet MARTIN SPIESS.

     

    Der Abend nach dem Beady-Eye-Konzert in der Columbiahalle könnte bezeichnender kaum sein: Es stimmt einfach nichts so, wie es müsste. Freund A schlägt vor, dass wir nach Neukölln ins Tier fahren. Kaum aber, dass wir da sind, finden es Freunde B und C zu verraucht und wollen nach Kreuzberg, in die Soju Bar. Da aber sind zu viele Frauen drin, wir kommen – mit sieben Männern – nicht rein. Auf einen (miesen) Drink setzen wir uns ins nächstbeste Restaurant, nur um dann, nach einem Vorschlag von Freund A, wieder – oder endlich – ins Tier fahren. Freund B und C fahren nach Hause. Wie gesagt: Nichts stimmt so, wie es müsste.

     

    Gelangweilt-angekotzte Mechanik

    Acht Stunden früher. Nach der wenig interessanten Vorband The Moons dauert es die obligatorische, aber nicht weniger enervierende Dreiviertelstunde, bis Beady Eye anfangen. Wenn Liam bei Oasis auf die Bühne kam, sah er immer so aus, als hätte er keinen Bock. Heute aber ist das keine Show. Ohne minimalistisches »Hello« oder »What’s up« singt er die ersten vier Songs mit einer gelangweilt-angekotzten Mechanik runter als würde er nicht seine eigenen Songs singen, sondern die Flippers covern. Müssen. Aber nicht nur seine Laune fällt auf. Man ertappt sich die ganze Zeit dabei, auf die rechte Bühnenseite zu schauen, um zu gucken, was Noel denn so macht. Der aber ist nicht da, wie auch.

     

    Der Noelsche Ruhepol fehlt

    Man könnte diesen Verweis unzulässig nennen. Aber was bei der reinen Musik auf Different Gear, Still Speeding noch einigermaßen angenehm auffiel, dieses Sich-Zurückziehen aufs Wesentliche, ob nun in der Rock-Hymne ( zum Beispiel The Roller) oder der Ballade (etwa Kill For A Dream), das schafft es nicht in die Performanz des Live-Auftritts. Der Arroganz und dem Egozentrischen von Liam, beidem fehlt der Noelsche Ruhepol, das ausgeglichene Sich-gar-nicht-bewegen-und-nur-Gitarre-spielen. Zumal die gesamte Show aufgemacht ist wie ein Oasis-Konzert: Songspezifische Illustrationen werden in den Bühnenhintergrund projiziert und blinken und leuchten da ein bisschen rum. Beady Eye sind diesbezüglich nicht nur nicht in einem anderen Gang unterwegs, sondern hat auch keine nennenswerte Geschwindigkeit drauf.

     

    Am Ende muss man feststellen, dass sie nicht für die Live-Situation gemacht sind: Weil sie keine eigenständige Band sind, sondern die Folge des Endes von Oasis: Eine Trotzreaktion, ein Jetzt-gerade, ein Wir-haben-immer-noch-Lust. Das ist alles durchaus verständlich, nur schafft es das Gefühl, das man auf der Platte zu hören meinte, nicht auf die Bühne, geschweige denn von ihr runter zum Publikum. Sie wollen etwas sein, das sie nicht sind. Nicht mehr. Nicht mehr ohne Noel. Und es bleibt zu wiederholen: Es stimmt nichts so, wie es müsste.

     

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