Genauso wie sich der Blues in seiner Entwicklung auf seine afrikanischen Wurzeln bezogen hat, bezieht sich heutige malische Musik oft neben eigener Folklore auch auf afroamerikanische Vorbilder. Dabei muss man allerdings im Auge behalten, dass ein Musiker der jungen Generation, wie es Ag Mossa ist, erstmals um das Jahr 2000 herum die Möglichkeit hatte, ausländische Musik auf Kassetten wahrzunehmen. Das ist ein deutlicher Unterschied beispielsweise zu Ali Farka Touré, dem 2006 verstorbenen König des Wüstenblues, der bereits Ende der sechziger Jahre die Möglichkeit zu Auslandsreisen und zum Kulturaustausch hatte. Tamikrest sind auch eher mit Tinariwen zu vergleichen. Auf ihrem zweiten Alben kombinieren Tamikrest elektrische Gitarren und rituelle Trommeln. Aus alt und neu, Überlieferung und Moderne entsteht eine faszinierende Melange. Eigene Traditionen fusionieren mit einem Spirit und einer Begeisterung für Musik (von Marley bis Hendrix), deren Faszination sich schon seit Jahrzehnten keiner entziehen kann. Mögen weiterhin die Gitarren die Botschaft der Völker vermitteln und die Waffen für immer verstummen.