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Dienstag, 21. Mai 2013 | 02:48

Mani Neumeier / Kawabata Makoto: Samurai Blues

24.02.2011

Reinigendes Psychedelic-Improvistationsgewitter

Mani Neumeier, Schlagzeugmonster und Gründer der Krautrocklegende Guru Guru, trifft auf den japanischen Freak-Gitarrero Kawabata Makoto. Von TOM ASAM

 

Ob Klassik, Heavy Metal oder Krautrock – Made in Germany ist in Japan gerade auch in Sachen Musik schon lange ein Qualitätssiegel. Und so verwundert es nicht weiter, dass im Jahre 1996, als Mani Neumeier das Land erstmal mit seiner 1968(!) gegründeten Band Guru Guru beehrte, mit einer Aufnahme ins Tokioter Wachsfigurenmuseum geadelt wurde. Neumeier wiederum hat sich so in das Land verliebt, dass er seitdem regelmäßig dort tourt. Und zwar ist er dabei oft solo unterwegs und lässt sich von den besten Improvisationsmusikern unterstützen, die greifbar sind. Einige dieser Musiker schwärmten wiederholt von einem komplett ausgeflippten Gitarristen. Sein Name ist  Kawabata Makoto, seines Zeichens Kopf der Band Acid Mother Temple. Mit deren Bassisten Tsuyama Atsushi wiederum hatte Mani schon gejammt - Ehrensache, dass Sie die Nachfrage im Jahr 2006 mit einem gewaltigen Dreier befriedigten. Das Monster, dass sie damit erschufen, nannten die beteiligen folgerichtig Acid MotherGuru Guru.

 

Es folgten weitere Duo-Auftritte von Mani und Kawabata und der Wunsch nach einer gemeinsamen Studioaufnahme. Die liegt nun mit dem Samurai Blues vor. Auf Schwerter wurde verzichtet, die beiden Recken duellieren sich an ihren Lieblingswaffen Drumset / Percussion und Elektrische Gitarre. Hier wurde sicher keine Zeit für  langes Songwriting aufgewandt, und im Studio befand man sich in Nagoya und Tokyo jeweils für einen Tag. Die Aufnahmen stammen bereits aus dem Jahr 2008, aber das tut nichts zur Sache. Dieses psychedelische  Improvisationsspektakel aus Gitarrengewitter und Drumsturm ist nun mal so zeitlos wie derartige Musik nur sein kann. Der 1940 in München geborene Neumeier, dessen Wurzeln im Freejazz der sechziger Jahren liegen, gehört zur deutschen Elite am Schlagwerk und ist einer jener positiv Verrückten, die Musik als Universalsprache verinnerlicht und weitergegeben haben. Mit Kawabata Makoto, der von Richie Blackmore nicht nur eine Vorliebe für schwarze Kleidung übernommen hat, harmoniert er perfekt. Dass hier ein mittlerweile über 70 Jahre alter Mann an den Kesseln sitzt ist zwar nebensächlich, aber schier unglaublich.

 

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