Dass Flying Lotus, der in der gleichen Appartment-Anlage wie unser Mann wohnt, diesen auf sein Brainfeeder-Label geholt hat, ist natürlich eine Steilvorlage für den erst 23-Jährigen gewesen. Da kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen, möchte man meinen. Doch der Tod seines Vaters unterbrach die Arbeit an Ardour erst einmal für längere Zeit. Niedergeschlagenheit oder düstere Stimmung hat Teebs, so Mtendere´s Künstlername, nicht in sein Werk transportiert. Maximal eine gewisse melancholische Stimmung. Insgesamt ist es warme, vielschichtige Soundteppich-Ware, die er ausgelegt hat für uns. Bis auf eine Ausnahme kommen die Tracks ohne Vocals aus, klassische Songstrukturen spielen keine allzu große Rolle. Das Album klingt im ersten Durchgang fast etwas unspektakulär, wächst aber dann schnell und setzt sich mit subtiler Melodiekraft und entfernten Hip-Hop-Echos in den Gehörgängen fest. Flying Lotus beschreibt die hypnotische Wirkung der Musik des jungen Talents folgender Maßen: »... sounds like an island vacation ... the way avatar looks.« Ein Urlaubs-Trip den man sich gönnen sollte.

