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Sonntag, 19. Mai 2013 | 09:04

Ralf Hildenbeutel: Wunderland

25.11.2010

Luft zum Atmen

Produzent und Komponist Hildenbeutel auf Solopfaden ins Wunderland. Von TOM ASAM

 

Ab und an braucht man Ausflüge in andere Regionen. Ralf Hildenbeutel verdient sein Geld mit Auftragsarbeiten, etwa für Kinofilme wie unlängst den Überraschungserfolg Vincent will meer. Wenn´s mal wieder zu viel großes Kino war schwenkt er um zum Kopfkino und bringt ein Album unter eigenem Namen heraus. Während auf seiner letzten Veröffentlichung Streicher und Klavier den Ton angaben, scheint es diesmal etwas bunter zur Sache zu gehen. Schließlich betreten wir das Wunderland.

 

Akkordeon, Klavier, Glockenspiel, Streicher und Ukulelen treffen auf eher skurrile Instrumente wie Theremin und Toypiano. Doch hören wir hier keine überbordende Kuriositätenmusik. Die Fakten, dass der Musiker ausgebildeter Pianist ist und Erfahrung in der musikalischen Untermalung von Filmen sowie als Produzent anderer Künstler hat, kommen auch auf Wunderland zum Tragen. Der Flügel, dem bei den Aufnahmen Luft zum Atmen gelassen wurde, schafft eine schwebende Grundfläche, die effektiv und atmosphärisch wirksam bepflanzt wird. Schöne Platte um vor dem offenen Kamin zu sitzen und den Schneeflocken beim Treiben zuzusehen. Ruhig und entspannend, ohne zu langweilen, mit interessanten Zwischentönen für´s genaue Hinhören. Eher wunderbar als wundersam.

 

Wem der Titel Wunderland seltsam bekannt vorkommt: Der legendäre Pyrolator (Kurt Dahlke; DAF, Der Plan, Fehlfarben) nahm auf seinem dritten Soloalbum 1984 mit einem Computersystem namens Brontololic und einer Digitarre eine sympathisch-verrückte Platte mit dem gleichen Titel auf – Kuriosität für Klangforscher.


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