Der 1980 in Brügge geborene Wouter »Wally« Backer alias Gotye macht mit seinem dritten Album nicht nur Spiegel, sondern Nägel mit Köpfen.
Der Soundtüftler gehört nämlich zu den Künstlern, die es schaffen Stücke zu kreieren, die sowohl dem eher unbedarften Dudelradio-Hörer als auch dem etwas ambitionierteren Popfan gefallen. Die Songs auf Making Mirrors basieren zum Teil auf 80s-Versatzstücken, die zunächst alles andere als hip erscheinen, da fühlt man sich schon mal an Peter Gabriel oder Sting erinnert.
Allerdings ist das alles clever arrangiert und mit Hilfe von Gastmusikern, geschickten Samples und dem Einsatz von klassischen Instrumenten und Synthis in eine Form gebracht, die durchaus zeitgemäß erscheint. Das Album, das nun auch in physischer Form erhältlich ist, geistert bereits seit Wochen als Download-Gespenst durch die Gegend, das von der Melodie etwas an die späten Police erinnernde Somebody that I used to know hat sich wohl bereits zum Radiohit gemausert. Doch auch andere Stücke, wie etwa das eher geradlinige Smoke and Mirrors mit tollen Percussionsamples hat das Zeug zum Hit.
Gotye schafft es, tolle Popsongs zu schreiben, die Eingängigkeit und Experimentierlust vereinen, die man nebenher hören kann, die aber bei genauerem Hinhören (Kopfhörer rausholen) offenbaren, dass da eine Menge Spaß am Tüfteln, Musizieren, Arrangieren und Produzieren drin steckt. Das ist mehr als nur eine weitere Elektropop-Nummer mit Nostalgiefaktor, das ist ein gelungenes Popalbum für die ganze Familie – klingt vielleicht blöd, aber: guter Last-minute-Geschenktipp. Ach ja, das ansprechend gestaltete Cover/Booklet verdient auch noch Erwähnung, alles aus dem Hause Backer, wacker!