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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 26. April 2017 | 17:44

     

    Ruth Rehmann wird 85

    01.06.2007

    Kompliziertes einfach machen

    Zum 85. Geburtstag der Schriftstellerin Ruth Rehmann am 1. Juni

     

    "Vorlieb nehmen ist eine Denkbewegung, die man lernen kann, sagt Ludwig Wittgenstein. Aber soweit bin ich noch nicht." So lässt Ruth Rehmann ihren 1999 erschienenen Roman "Fremd in Cambridge" ausklingen. Mit einem Credo, das für ihren eigenen Lebensweg durchaus charakteristisch ist, denn die Autorin engagierte sich viele Jahre in der Friedensbewegung und ist überdies eine leidenschaftliche Streiterin gegen die Unweltzerstörung und die Globalisierung.

    Ruth Rehmann, die am 1. Juni 1922 als Tochter eines Pastors in Siegburg geboren wurde, besuchte nach dem Abitur zunächst eine Dolmetscherschule, später studierte sie Archäologie und Germanistik in Bonn und Marburg und in Berlin überdies Musik - mit dem Hauptfach Geige. Ehe sich die umfassend gebildete Autorin ganz ihrem schriftstellerischen Werk widmete, arbeitete sie als Lehrerin, Pressereferentin, Reisejournalistin und Dolmetscherin für ausländische Botschaften in Deutschland. Zwar wurde Ruth Rehmann schon Anfang der 60er Jahre mit einigen Preisen ausgezeichnet und war Mitglied der Gruppe 47, doch der große Durchbruch gelang ihr erst 1979 mit dem Roman "Der Mann auf der Kanzel: Fragen an den Vater." Ein Buch der doppelten Anklage - das bohrende Fragen nach der Schuld der Vätergeneration und der Rolle der Kirche im Nationalsozialismus aufwarf.

    "Mein Schreiben war immer darauf gerichtet, Kompliziertes einfach zu machen", schrieb Ruth Rehmann in ihrem 1993 erschienenen Band "Unterwegs in fremden Träumen", in dem sie sich mit dem deutsch-deutschen Schriftstellertreffen von 1947 auseinander setzte. Auslöser dieser literarischen Retrospektive war für Ruth Rehmann die gesamtdeutsche PEN-Tagung in Kiel nach dem Mauerfall. Wie ein roter Faden ziehen sich Enttäuschungen und zerstörte Illusionen durch das Buch. Sie äußerten sich 1947 wie 1991 darin, dass die Schriftsteller an ihrem eigenen hohen Anspruch, die gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflussen zu wollen, kläglich scheiterten.

    Ihr gelungenstes Werk legte Ruth Rehmann, die 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, erst im Alter von 77 Jahren vor. "Fremd in Cambridge" (wie fast alle Werke im Carl Hanser Verlag erschienen) ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die humanistische Bildung; ein Roman, in dem der Wohlklang eines Gedichts gar ein kleines "medizinisches Wunder" vollbringt. Alles andere als ein melancholisches Alterswerk. Überhaupt steckt Ruth Rehmann, die seit vielen Jahren im Chiemgau lebt, noch voller Pläne. Ihre Wahlheimat Bayern und die katholische Kirche sollen im Mittelpunkt des nächsten Werkes stehen: "Ich brauche keine Termine mehr. So lange ich kann, schreibe ich hier still vor mich hin. Ein Schnellschreiber war ich ohnehin noch nie."

    Peter Mohr

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