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Sonntag, 19. Mai 2013 | 22:20

Rainer Metzger: Swinging London

15.06.2012

Sachkundiger Schmöker

Für die »roaring sixties« – die für den Autor Rainer Metzger bereits im Jahr 1956 beginnen – spielte London als popkultureller Schrittmacher eine besondere Rolle. Wer modisch up to date sein wollte, kaufte in der Carnaby Street. Ob mit James Bond im Kino oder in TV-Produktionen wie Avengers, die englische Hauptstadt spielte stets eine tragende Rolle. Mit Swinging London taucht man ein in eine Ära, als Minirock und Minicooper über eine maximale Ausstrahlungskraft verfügten. Dabei werden die Aspekte Musik, Mode, Design, Film, TV, Fotographie, Architektur, Theater und Literatur berücksichtigt. Mehr als ein reiner Nostalgietrip ist dieses gelungene Portrait einer intensiven Zeit in der Metropole an der Themse geworden. Von TOM ASAM

 

Der Kunsthistoriker Metzger, der auch schon das Kulturleben Münchens um 1900 und das Berlins in den wilden 20er Jahren kompetent in Buchform bearbeitet hat, verfügt über einen Schreibstil, der informativ und gut verständlich zugleich ist. Aufgrund der enormen Bandbreite des Themas und der üppigen Gestaltung mit vielen, teils raren Fotos, kann selbstverständlich nicht auf jeden Teilaspekt des Phänomens gleichermaßen tief eingegangen werden.

 

Neben den Themen Film, und Fotographie wird und auch der Musik besondere Aufmerksamkeit zuteil. Die Londoner Musikszene war schließlich nicht nur für einheimische Bands von enormer Bedeutung, sondern auch für die Liverpooler Beatles oder damals aufstrebende Musiker aus den Vereinigten Staaten, wie etwa Jimi Hendrix. 

 

 

Nützlich und wertig

Gegliedert ist das Buch in die drei Hauptkapitel Sonderangebote: 1956-63, Sophistication für alle: 1963-66 und Software: 1966-70, sowie eine Einleitung und ein kurzes Schlusskapitel. Jüngeren Lesern mag der Text ohne etwas zusätzliche Recherche nicht immer gleich voll verständlich sein, vor allem aufgrund der hervorragenden Bildzusammenstellung kann sich aber jeder umgehend auf eine spannende Zeitreise einlassen.

 

Zudem schließt sich dem Text neben einem Literatur- und Quellenverzeichnis inklusive Bildnachweis auch eine nützliche Listung von Kurzbiografien mit Personenregister an. Swinging London vermittelt das intensive Lebensgefühl der beschriebenen Epoche letztlich vorzüglich. Statt sich über eventuell vermisste Aspekte und Daten zu grämen, sollte es dem Leser bzw. Betrachter ein Leichtes sein, die sachkundigen Ausführungen und die wertige Aufmachung des schweren Schmökers zu genießen. 

 

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