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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 23. April 2017 | 14:00

    Andreas C. Studer: Meine Schweizer Kühe

    25.05.2012

    Schweizer Käse!

    Fromage suisse!

    Swiss Cheese!

    Andreas C. Studer wollte mit Meine Schweizer Kühe seiner Heimat, Herkunft und den Lieferanten seiner Kochzutaten ein Denkmal setzen. Ein Anhang mit Rezepten aus Milchprodukten soll der Profession des Autors Rechnung tragen und das Angebot abrunden. Alles Schweizer Käse, findet VIOLA STOCKER.

     

    Es soll ein Debüt sein: Andreas C. Studer, Schweizer Fernsehkoch und Autor mehrerer Kochbücher, probiert sich auf einem neuen Gebiet aus, der Fotografie. Entstanden ist ein 160 Seiten dicker Bildband, dessen Titel Programm ist: Schweizer Kühe. Man muss dem Autor neidlos zugestehen, dass er seine Titelheldinnen sehr vorteilhaft abgelichtet hat. Jeder, der die Wiederkäuer gerne mag, wird sich die Fotografien der verschiedenen Rinderrassen vor dem beeindruckenden Panorama der Schweizer Alpen gerne ansehen. Studer hat sein Opus in insgesamt 10 Kapitel gegliedert, von Bildern vor der Eiger-Nordwand über Alpabtrieb, Käseproduktion, Viehmärkten bis zu Fotos aus den Kuhställen der Region. 

     

    Weniger ist weniger

    Damit wäre der Inhalt auch schon hinlänglich beschrieben, denn gemäß dem Motto: »den Text liest bei einem Bildband eh keiner«, hält sich selbiger in Grenzen. Am längsten fallen Danksagung und Biografie des Autors aus. Die Bildbeschreibungen überschreiten selten mehr als vier Zeilen, dafür sind sie, wie schon der Titel, konsequent dreisprachig gehalten. Man wird das Gefühl nicht los, dass so unter dem Deckmantel der Internationalität der Textumfang etwas gestreckt werden sollte. Das tut natürlich der Schönheit vieler Fotos keinen Abbruch und sorgt vor allem dafür, dass der Bildband zügig durchgeblättert und der Anhang in Augenschein genommen werden kann.

     

    In einem, gegenüber den 160 Seiten des Bildbands auffallend dünnen Beiheft hat Andreas C. Studer seine Lieblingsrezepte aus Milchprodukten der Schweizer Kühe zusammengestellt. Wie schade, dass ein Koch, der sich selbst als Globetrotter mit Schweizer Wurzeln sieht, es auf nicht mehr als zehn Rezepte bringt. Immerhin, es handelt sich bei den zehnen um offensichtlich ältere, sehr schlichte Familienrezepte, die ohne Fernsehkochduellschnickschnack auskommen. Der Nachteil ist: die meisten kennt jeder. Älplermaggronen, Käsefondue, Butterkekse, Raclette, Panna Cotta und andere wurden vom Originalrezept nur wenig abgeändert und leben von den Zutaten: Schweizer Butter, Schweizer Käse, Schweizer Milch. Das entspricht zwar dem Konzept des Bildbands, es wäre aber möglich, dass Käufer, die nicht unmittelbaren Zugang zu Schweizer Milchprodukten haben, sich etwas Kreativeres erhofft hätten. 

     

    Alles Käse

    Nichtsdestotrotz sind die soliden Rezepte prinzipiell alle lecker nachkochbar und Andreas C. Studer hat seinen Kühen wirklich ein schönes Denkmal gesetzt. Für alle, die lieber kochen und lesen, wird sein Bildband wohl kaum Erfüllung bringen – und will es auch gar nicht.

     

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