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Nachrede zu Mehdorns Hinterlassenschaften

23.07.2009

Absurdistischer Schildbürgerstreich

Mit den 4,8 Mio Euro, die er zu & für seinen vorzeitigen Abgang kassierte, schien das Kapitel des öffentlichen Angestellten Hartmut Mehdorn abgeschlossen. Nach dem Abgang unseres Mielke von der Bahn häufen sich aber seine katastrophalen Hinterlassenschaften in seinem ehemaligen Geschäftsbereich - wie nach dem Abtritt des Mielke von der Stasi deren Akten, die belegen, was während seiner Amtszeit sich an Geheimnistätig & -tätlichkeiten seines MfS angehäuft hatte. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Bei Mehdorn, der sein hauptamtliches Ziel, die Deutsche Bahn “börsenreif” zu “sanieren“, Dank der weltweiten Bankenkrise, nicht erreichte, ist es nun nicht viel anders. Mehdorns Ehrgeiz, die Bahn als eine verlockend-profitable Investitionsquelle erscheinen zu lassen, auf dass möglichst viele Heuschrecken in sein prachtvoll aufgeschossenes, von allem hinderlichen “Unkraut” freies Weizenfeld einfielen, hat das öffentliche Eigentum und dessen Unterhalt offenbar derart verkommen lassen, dass nun überall, wo es um Betriebssicherheit und damit um die Lebenssicherheit der Kunden geht - nämlich beim Gleiskörper, den Achsen von Personenzügen und Güterwagen (und deren Allgemeinzustand) - die bislang verdeckten Kollateralschäden der Mehdornschen Zurichtung ins Kraut schießen.

Zuletzt in Berlin, wo die Deutsche Bahn die städtische S-Bahn, die ihr zu treuen Händen und zu öffentlichem Zweck & Nutzen überantwortet worden war, (wie sich jetzt herausstellt) als profitable Kuh solange gemolken hat, ohne sie zu füttern - bis sie nun notschlachtreif ist und die S-Bahn-Kunden in der Bundeshauptstadt jetzt weitgehend ohne sie auskommen müssen.

Was wie ein absurdistischer Schildbürgerstreich aussieht, deren kollektives Opfer die Berliner sind, ist aber Folge einer bewussten, räuberischen und verantwortungslosen Ausbeutung der S-Bahn einzig zum materiellen Nutzen der Deutschen Bahn AG und deren vergoldeten Bilanzen. Im Grunde hat sich die von Hartmut Mehdorn geführte öffentliche Hand bereits wie ein skrupelloser, notfalls krimineller Privatunternehmer verhalten, dem auf Teufel komm raus nur am momentanen Profit lag - ohne sowohl an die Pflege seines Goldesels noch an seine bis heute eselsgeduldige Kundschaft, sprich: ihre Eigentümer, zu denken.

Justiziables Fehlverhalten?

Mehdorns Hinterlassenschaften werfen viele Fragen auf - z.B. ob das Berliner Chaos nicht womöglich durch sein justiziables Fehlverhalten im Amt herbeigeführt wurde, wofür man den oder die Verantwortlichen haftbar machen müsste.

Zum einen hat aber die DB unter Mehdorns Zielrichtung vor Augen geführt, was mit öffentlichen Einrichtungen geschehen kann, wenn sie nur privater Profitmaximierung überantwortet werden. Man kann jedoch nicht sagen, dass das eine neue Erkenntnis ist, wenn es auch Mehdorn gelungen ist, gewissermaßen am lebenden Objekt, nämlich dem öffentlichen Besitz, operativ radikal privatwirtschaftlich vorzugehen.

Zum anderen mag so mancher Investor, um den der ehemalige Bahnchef mit seinen blendenden Ertragszahlen vorauseilend geworben hat, nach den zuletzt zutage getretenen “Nebenkosten” in Mehdorns ehemaligem Vorzeigeobjekt, sich seine eigenen Gedanken über die Seriosität des mittlerweile bei “Air Berlin” tätigen gernegroßen Managers gemacht haben.

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