Und auf Englisch?
Rockpapershotgun: Fantasy And Reality: Can Gamers Tell?
Eine Studie der Nottingham Trent University, die wie geschaffen scheint für populistischen Missbrauch, behauptet, dass Gamer Realität und Virtualität nicht unterscheiden können. (Auch hierzulande wurden die entsprechenden aufmerksamkeitsheischenden Schlagzeilen schon produziert.) John Walker macht sich allerdings die Mühe, die Studie auch zu lesen. Und stellt fest, dass die Ergebnisse alles andere als repräsentativ oder eindeutig sind. (Interessant: Ausgerechnet Nicht-Gamer haben in einem epischen Schnitzer Schwierigkeiten dabei bewiesen, digitale und nicht-digitale Welten auseinander zu halten.)
Eurogamer: The Bug and The Windscreen
Was für Hunter S. Thompson das Mint 400, war für Simon Parkin das Call of Duty-XP-Event. Ein bizarres Aufeinandertreffen von Militär-Machismo, Starkult, Kanye West, Gaming und einem gesichtslosen Konzern, der versucht Persönlichkeit zu zeigen.
Grantland: Tom Bissell: The Art and Design of Gears of War [excerpt]
Diesen Monat wurde mit Gears of War 3 eine der wichtigsten Konsolen-Shooter-Serien dieser Generation fortgesetzt. Nur für Besitzer der »Epic Edition« des Spiels gibt es ein Buch von Tom Bissell, das der Ästhetik und dem Design des Spiels auf gewohnt unterhaltsame und erhellende Weise nachgeht. Hier gibt es immerhin einen Auszug daraus.
Rockpapershotgun: PC Gamers Save The World, A Bit
Als Jane McGonnical vermutete, dass die Energie, die in Computerspiele fließt, positiv genutzt werden könnte, hatte sie wohl so etwas im Sinn: Gamer haben geholfen, die molekulare Struktur eines proteinspaltenden Enzyms eines AIDS-ähnlichen Virus aufzuschlüsseln.
Guardian: Art and Games
Der Guardian befasst sich auf produktive Weise mit dem in Hass-Liebe verbundenen Paar Computerspiele und Kunst: Keith Stuart interviewt den Maler John Clarck, der den Weg in die Spieleentwicklung gefunden hat, und befragt ihn unter anderem zu den Gemeinsamkeiten von Killzone und Vermeer. In einem zweiten Gespräch sinniert der digitale Poet und Künstler Jason Nelson über sein eigenes Werk und das Konzept »art game«.
Rockpapershotgun: Deus Ex: Human Revolution Is About DRM
Kieron Gillen tritt aus den Schatten und gibt eine eigenwillige Interpretation des Cyberpunk-Spionage-Thrillers Deux Ex: Human Revolution, der erfolgreich die schwierige Nachfolge eines der wichtigsten PC-Spiele überhaupt antritt: Laut Gillen geht es im Spiel letztlich um – Kopierschutz.
Wired: The Quest for the Golden Nintendo Game
Chris Kohler verschafft uns einen Einblick in die seltsame Welt der Computerspiel-Sammler und ihren Heiligen Gral: ein NES-Spiel, das so selten ist, dass es mindestens 5000 Dollar wert ist. Mit exzellentem Timing hat sich James Rolfe, alias der Angry Videogame Nerd, ebenfalls auf die Suche nach dem güldenen Spiel gemacht.
Kill Screen: Behind These Walls
Michelle Yeoung gibt einen Überblick über die Geschichte einer der berühmtesten und merkwürdigsten Abnormitäten der urbanen Entwicklung im 20. Jahrhundert - Honkongs »Kowloon Walled City« – und sinniert darüber, wie Videospiel-Entwickler sich die architektonischen Eigenheiten dieses »vertikalen Slums« zu eigen gemacht haben.
Gamers With Jobs: Poké-Drag, Part I
Denis Farr wendet sich zum ersten Mal in seinem Leben einem Pokémon-Spiel zu – und rollenspielt als zusätzliche Herausforderung Pokémon: Fire Red als Drag Queen.
powered by hate: Warhammer 40.000: Space Marine: Most Surprisingly Feminist Game of the Year Contender
Powered By Hate findet ausgerechnet im hyper-martialischen und machistischen Warhammer-Universum eine der überzeugendsten Frauenfiguren der jüngeren Videospielgeschichte.
Tim Rogers: Jede Menge Zeugs
Tausende von letzten Worten seien dem enfant terrible des Game-Journalismus, Tim Rogers, überlassen. Er hat diesen Monat seinem wild mäandernden, Fakt, Fiktion, Analyse, Autobiographie und gespreizte Metaphern mischenden Stil Freilauf gelassen und Texte am Laufmeter produziert: Für insert credit läutet er die Glocken zum Jüngsten Gericht und fragt sich, wann eigentlich die ausbeuterische Design-Philosophie geboren wurde, die in den heutigen Social Games ihre brutal kalkulierte Speerspitze gefunden hat. Für Kotaku liefert er zehn Vorschläge, wie man bessere Spiele aus diesen Geldgenerierungsmaschinen machen könnte. Ebenfalls für Kotaku beschreibt Rogers, wie Computerspiele unterschwellig jeden Aspekt seines Lebens beeinflussen (oder zumindest die Wahl seines Shampoos, Conditioners und seiner Gitarre). Und auf seiner neu lancierten Hausseite actionbutton.net mixt er die temporäre Obsession mit Fashion und Social Games: Auch in seiner Besprechung des nicht wirklich sozialen The Sims Social geht es um Kleider, und daneben sinniert er über die Jeans, die Suda51 trägt (und was dies mit Shadows of The Damned zu tun hat).

Foto: Jörg Fuchs